EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Ehrenburg

Geschichte:

Die Ehrenburg war eine gegen das Niederstift Münster gerichtete Grenzburg der Grafen von Hoya. Laut Merian ist sie 1346 von den Grafen gegen die Mindener Bischöfe befestigt worden. 1427 wird sie erstmals ausdrücklich erwähnt. 1507 wird die Burg verpfändet, dabei wird sie als Amtssitz erwähnt, vorher war sie Sitz eines Vogtes. 1512 wird die Burg zum Schutz vor den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg dem Bischof vom Münster zum Lehen aufgetragen. Dennoch wird sie im selben Jahr von den Welfen besetzt. Die Grafen von Hoya erlangen sie erst 1526 wieder. Während der Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523 wurde die Burg zerstört. Ab 1546 erfolgte der Ausbau als Grenzbefestigung gegen das Niederstift Münster. Die Burg war in der Folgezeit durchgehend verpfändet, zuerst an die Herren von Saldern, dann ab 1588 an die von Münchhausen. Im 30jährigen Krieg soll sie von den Kaiserlichen zerstört worden sein und war nach dem Krieg ruinös. 1661 wurde die Pfandsumme schließlich von den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg, den Rechtsnachfolgern der 1582 ausgestorbenen Grafen von Hoya, bezahlt. Nach dem 30jährigen Krieg wurden die Befestigungen nicht mehr erneuert, die Reste der Gebäude wurden in neue Fachwerkbauten des Amtssitzes einbezogen. Die Burg verfiel dennoch in der Folgezeit, der Umzug des Amtssitzes in die 500 m entfernt gelegene Domäne bedeutete ihr Ende. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Um 1546 ist die Burg zur Festung ausgebaut worden. 1636 sind die Befestigungen ausgebaut worden. Um 1740 wurde ein neues Amtshaus einige hundert Meter westlich der Burg auf der Domäne errichtet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Schon in der 2. Hälfte des 19. Jhs. waren von der Ehrenburg nur noch der erhöhte Burgplatz mit darauf liegendem Schutt vorhanden.
Die Burg besaß einen ungefähr quadratischen Grundriss von ca. 50 m Seitenlänge. Die Wallreste sind heute noch teilweise 2 m hoch erhalten. Auf dem Burghügel sind nur noch geringe Spuren von Fundamenten aus Bruchsteinen und Ziegeln vorhanden, zudem zeugt Stein- und Ziegelschutt von den ehemaligen Burggebäuden.
Frühere Abbildungen auf einem Amtssiegel und einem Merianstich zeigen eine beeindruckende Hauptburg mit Ecktürmen und drei Gebäuden in einem Hausteich. Das größte Gebäude mit Tordurchfahrt besaß ein Fachwerkobergeschoss auf steinernem Unterbau, ein kleineres Gebäude ist ganz aus Stein erbaut. Zwei Rundtürme sind an gegenüberliegenden Ecken der Burg zu sehen, der eine ist ruinös, der andere scheint ein Geschützturm zu sein. Dem Betrachter zugewandt steht ein niedriger, quadratischer Turm an einer dritten Ecke. Zur Hauptburg führt eine hölzerne Brücke. Die Vorburg besteht aus einem großen Torgebäude aus Fachwerk und zwei länglichen Wirtschaftsbauten. Zu ihr führt eine Zugbrücke. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Feldbegehung 1979 mit frühneuzeitlicher Keramik.