EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Sibetsburg

Geschichte:

Die Burg, die in den Quellen auch Ede Wemkensborch (1421), Edemburg (1425) usw. heißt und erst ab 1432 als Sybetesborch, Sibetesborgh und anderen Varianten benannt wird, war Sitz der Rüstringer Häuptlinge Edo Wiemken d. Ä. (reg. 1370-1415) und seinem Enkel Sibet (reg. 1415-1433), die auch als Namensgeber fungierten. Das allerdings als unzuverlässig bekannte Banter Missale nennt als Baubeginn das Jahr 1383. Unter den beiden Häuptlingen diente die Siebethsburg den Piraten der Vitalienbrüder als Unterschlupf. Da die Piraten der Hamburger Handelsschifffahrt Probleme bereiteten, führten sie im Bündnis mit den Häuptlingen Edzard und Ulrich Cirksena aus Greetsiel den sog. Hamburger Feldzug in die friesischen Küstengebiete durch, bei dem Sibet auf der Lütetsburg an seinen schweren Kampfverletzungen starb. Die Siebethsburg musste letztendlich den Hamburgern nach mehrwöchiger Belagerung übergeben werden und wurde zwei Jahre später, 1435, von der Stadt Bremen geschleift und danach nicht wieder aufgebaut. Die Häuptlingsfamilie der Cirksena ging aus den Kämpfen als Sieger hervor. (Frank Both)

Bauentwicklung:

Auf einer älteren Gehöftwurt wurde die Burg als eine Spätform des Typs Motte errichtet. In der Mitte des 6 m hohen Burghügels befand sich ein ca. 20 m hoher Turm (Donjon) mit einer Grundfläche von 17 x 12 m und 3 m starken Mauern, der über dicht an dicht in den Boden geschlagenen Holzpfählen erbaut wurde. Um den Turm standen Nebengebäude, die z. T. in Fachwerkbauweise errichtet waren. Um den Hügelfuß verlief eine 2-3 m breite Wehrmauer mit einem Tor im Westen. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Bei den Ausgrabungen wurde festgestellt, dass es sich bei der Sibetsburg um eine späte Form einer Motte handelte. Auf einem künstlich aufgeschütteten, 6 m hohen Hügel mit 30 m Durchmesser standen ein Wohn- und Wehrturm mit allseitig umgebenden Nebengebäuden und ein Brunnen. Der Innenhof war mit Ziegelsteinen gepflastert. Der Turm mit der Grundfläche von 14 x 12 m hatte im Fundamentbereich 3 m dicke Mauern, die auf Pfahlrosten saßen. Der Hügelfuß war von einer 2 - 3 m starken, ebenfalls auf Holzpfählen ruhenden Wehrmauer umgeben. Die Hauptburg war durch ein System von drei Wassergräben und zwei Wällen umzogen. Die westlich liegende Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden war in den äußersten Graben einbezogen und um ca. 1,50 m aufgeschüttet. Die Gesamtfläche beträgt etwa 210 x 175 m. Die Vermauerung von Granit- und Tuffsteinquadern bei der Wehrmauer deutet auf die Wiederverwendung des Baumaterials abgebrochener Kirchen hin. Die ehemaligen Gebäude existieren nicht mehr, bei Ausgrabungen freigelegte Baubefunde wurden konserviert. (Frank Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

1962 bis 64 wurde die Burg unter Leitung von W. Reinhardt archäologisch untersucht. Dabei kamen zahlreiche Metallfunde zutage, die z. T. auf Belagerungen zurückgehen, aber auch eine französische Goldmünze von um 1350. (Frank Both)