EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Esbeck

Geschichte:

Der Ort Esbeck wird 1137 als Ashbiche, niederdeutsch für "Eschbach", genannt. Als Vögte des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg sind Ludolf (etwa 1080-1145) und Balduin von Esbeck (etwa 1105-1160) hier nachgewiesen. Vermutlich geht die Gründung der Burg auf sie zurück.
Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1260, als Ludolf von Esbeck die Burg an den Bischof von Halberstadt verkaufte. Drei Jahre später gibt Bischof Volrad von Halberstadt die Burg als Lehen an den Markgrafen Johann von Brandenburg. 1311 verlehnt er die Burg an Waldemar von Brandenburg. Herzog Otto der Milde von Braunschweig-Göttingen erhält 1322 zunächst das Lehen und wird später auch Eigentümer der Burg. Im selben Jahr geht das jetzt herzogliche Lehen der Burg an Burchard von der Asseburg. 1346 wird die Burg von Herzog Magnus I. an Günzel von Bertensleben, dessen Bruder und fünf andere Kleinadelige verpfändet
Kurz darauf wird die Burg Schöningen errichtet und die Burg Esbeck verliert daraufhin ihre Bedeutung. Ihre einst wichtige strategische Funktion an der braunschweigischen Grenze wird nun hinfällig. Pfarrrechte, Kruggerechtigkeit und auch Zehnt gingen an das Amt Schöningen über.
Herzog Magnus I. von Braunschweig verpfändet das "Haus" Esbeck aus finanziellen Gründen in den folgenden Jahrzehnten sehr häufig. So 1348, 1350, 1355, 1358, 1363, 1365 und 1368. Zuletzt geht die Burg vornehmlich an die von Weferling und die Herren von Wenden. 1371 wird dem Rat der Stadt Braunschweig und deren Bürgen durch Herzog Magnus II. die Erlaubnis erteilt, das "Schloss" Esbeck von Conrad von Weferling einzulösen. Braunschweig fällt damit auch das Recht auf seinen Abbruch zu. Man verzichtete aber darauf. Es folgten viele Jahre, in denen die Burg weiter verpfändet wurde.
Von 1454 bis 1838 befand sich die Burg als Lehen im Besitz derer von Hoym. In diesem Jahr verkauft sie der letzte Spross dieses Geschlechts an die Braunschweiger Familie Prötzel, in deren Besitz sie sich noch heute befindet. (Sandy Bieler)

Bauentwicklung:

Über die Baugeschichte der Burg Esbeck ist wenig bekannt. Die heutige Anlage ist ein Produkt von Umbauten der letzten vier Jahrhunderte.
Über dem Tor ist ein Wappenstein aus dem Jahre 1550 befestigt. Er wurde postum als Erinnerung an die im Jahr 1518 stattgefundene Heirat von Hans von Hoym mit Margarethe von Baumbach angebracht. Er stellt aber eine Spolie dar, da das Hauptgebäude, an dem er prangt, aus dem 18. Jahrhundert stammt.
Im Jahre 1689 fielen große Teile des Haupthauses einem Feuer zum Opfer. Beim Wiederaufbau behielt der Bauherr Christoph Friedrich von Hoym nur den Sockel und die Raumaufteilung des Hauses bei. Zwei Etagen wurden als verputzte Fachwerkkonstruktion wiederaufgebaut. Um 1829 folgte der Westflügel anstelle eines früheren Pforthauses.
Die letzten großen Umbauten fanden am Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Als in Braunschweig das berühmte Schlösschen "Neu-Richmond" abgerissen wurde, erwarb August Proetzel Bauteile, um diese an das eigene Haus anzugliedern. So gehört zum Beispiel das die Schauseite noch heute dominierende, achteckige Türmchen zu diesen Anbauten. Es verfügt über neugotische Fenster und löst das symmetrische Erscheinungsbild der Burg auf. (Sandy Bieler)

Baubeschreibung:

Die gesamte Anlage ist noch sehr gut erhalten und vermittelt unabhängig von zahlreichen Um- und Ausbauten recht gut ihr ursprüngliches Aussehen.
Um ein ovales Plateau von 55 x 85 m verläuft ein 8 bis 14 m breiter Wassergraben. Dieser wird größtenteils an der Burgseite von einer Umfassungsmauer gestützt. Über eine steinerne Brücke führt der Weg im Osten durch eine Durchfahrt im Haupthaus in den Innenhof. An das dreigeschossige Hauptgebäude ist im rechten Winkel ein Nordflügel aus Fachwerk angebaut.
Im Norden und Westen ist der Innenhof von Wirtschaftsgebäuden umgeben. Sie stammen größtenteils aus dem 19. Jh., nehmen aber den Verlauf der nicht mehr existenten Ringmauer auf. Eine Nachricht aus dem Jahr 1260 bezeugt die Existenz einer Burgkapelle.
Im Süden schließt sich ein kleiner Park an die Anlage an, den man über einen Übergang von der Burg aus erreicht. (Sandy Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen stehen noch aus.