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Sierhäuser Schanzen

Geschichte:

Historische Quellen sind nicht vorhanden. Die Anlage gehört aber zur Gruppe der runden bis ovalen Wallburgen aus dem Weser-Ems Gebiet, deren Entstehung während der ersten Hälfte des 9. Jhs. anzunehmen ist. (Frank Both)

Bauentwicklung:

Eine Bauentwicklung lässt sich anhand der Quellen nicht nachvollziehen. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Die Sierhäuser Schanzen bestehen aus den Überresten von drei kleinen zusammengehörigen Befestigungsanlagen. Sie liegen am Südende einer in das Große Moor ragenden Landzunge, die dort durch kleine Wasserläufe in einzelne Erhöhungen unterteilt ist.
Die sog. "Große Schanze" mit einem Innendurchmesser von 64 auf 71 m ist von einem ca. 12 m breiten und 2,50 m hohen Wall umgeben, dem eine Berme vorliegt. Darauf folgt ein ca. 3,50 m breiter und 1 m tiefer Sohlgraben. Der Eingang liegt an der Nordostseite. Der Wall war aus dem Grabenaushub mit einer Plaggenabdeckung hergestellt worden. Die steile Front würde für eine Holzversteifung sprechen, die aber bei den Ausgrabungen nicht festgestellt wurde. Im Süden befand sich streckenweise noch ein Vorwall.
Etwa 140 m nordöstlich liegt die "Kleine Schanze" mit einer unregelmäßigen achteckigen Grundform von ca. 90 x 75 m Größe. Der Wall setzt im Süden auf 40 m Breite aus, was evtl. durch den Bau eines Weges in diesem Bereich verursacht worden sein könnte. Die Wallbreite war identisch mit der ersten Anlage. Ein Graben ist heute nicht mehr festzustellen, muss aber laut Nieberding 1840 mit ca. 4 m Breite vorhanen gewesen sein. Ein Eingang lag im Nordwesten.
Wiederum 100 m nördlich liegt ein nach Norden gebogener Vorwall mit vorgelagertem Graben von 130 m Länge. Etwa mittig befindet sich eine 7 m breite Öffnung. (Frank Both, Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Untersuchungen in der "Großen Schanze" fanden 1892 und 1906 statt. Es wird über Pfostensetzungen im Eingangsbereich und eine Holzkonstruktion im Süden der Anlage berichtet, die man als Wasserdurchlass interpretierte. Die Wälle der Anlagen bestehen wohl größtenteils aus aufgeschichteten Heidesoden.
Bei den Ausgrabungen kamen nur wenige Keramikscherben und vereinzelte Eisenfunde zu Tage. Die Keramik ist zeitlich nur grob als frühmittelalterlich einzustufen. (Frank Both)