EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hallermund

Geschichte:

Die Burg Hallermund, der Stammsitz des gleichnamigen Grafengeschlechts, wurde 1189 erstmals erwähnt, als Ludolf und Wilbrand von Hallermund die Burg an den Hildesheimer Bischof verpfändeten. Die Grafen bewohnten die Burg nur kurze Zeit, sie residierten ansonsten in Springe. 1243 wird eine Kapelle auf der Burg erwähnt. 1282 verpfändeten die immer mehr an Bedeutung verlierenden Grafen die Burg an ihre Kontrahenten, die Herzöge von Braunschweig. Diese verpfändeten die Burg weiter, u. a. 1386 an die Grafen von Spiegelberg. Die Grafen machten aus ihr einen Raubritterstützpunkt. Infolgedessen wurde sie 1436 auf Aufforderung der umliegenden Städte Hannover, Hildesheim, Münder und Pattensen in der Spiegelberger Fehde durch Herzog Heinrich dem Älteren von Braunschweig eingenommen und zerstört. Die Wiederentdeckung und Identifikation der Ruine als die Burg der Grafen von Hallermund erfolgte 1824. Als von 1836-39 die Mauer um den Saupark Springe, ein königlich-hannoversches Wildgehege, erbaut wurde, hat man Material dazu sehr wahrscheinlich auch von der Burgruine entnommen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der gegenwärtige Forschungsstand lässt keine Angaben zur Baugeschichte zu. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg befindet sich auf dem 50 x 30 m großen Gipfelplateau des Hallermuntskopfes. Als Befestigung erkennbar ist ein Burggraben mit Vorwall unmittelbar unter dem Plateau, auszugehen ist aber auch von der Existenz einer Ringmauer. Von der Innenbebauung sind nur noch wenige Mauerreste sowie Stein- und Ziegelschutt vorhanden. Ein Fundament am Steilabfall könnte von einem Turm stammen. Mehrere Eintiefungen am Plateaurand markieren die Standorte von Kellern.
200 m unterhalb der Burg ist der Eselsbach zu einem Teich aufgestaut worden. Bei Grabungen wurden dort 1820 Hufeisen, Mauerreste, Knochen, Keramik, Eisenstücke sowie Silber- und Goldschmuck gefunden.
300 m östlich befinden sich Reste einer Burgsiedlung. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Schürfungen seit 1820.
Begehungen 1977, 1983.
Metallsondenprospektion 2014.