EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Limmer

Geschichte:

Die Burg Limmer wird als „castrum Limbere“ erstmals 1187 im Besitz der Grafen von Roden zu Wunstorf erwähnt. 1189 wurde die Burg durch den Staufer Heinrich VI. erfolglos belagert, da Conrad I. von Roden zu den Parteigängern Heinrichs des Löwen gehörte. Die beiden Söhne Conrads, Conrad II. und Hildebold II., saßen 1208 gemeinsam auf der Burg und nannten sich "Grafen von Limmer". 1215 verlegte Conrad II. seinen Wohnsitz auf die Burg Lauenrode, nach der er sich danach nannte. Graf Hildebold II. von Limmer besaß keine Nachkommen, offensichtlich wurde die Burg nach seinem Tod um 1250 aufgegeben. 1717 wurde der Ernst-August-Kanal als Zuleitung für die Wasserkünste im Großen Garten von Herrenhausen angelegt. Dabei wurde die Burg zerstört, aber vorher untersucht.
Anfang des 20. Jhs. wurde die Burg der Grafen von Limmer zu Unrecht an der Kirche St. Nikolaus in Limmer vermutet, den Burghügel hielt man für ein Vorwerk. Deshalb befindet sich an der Kirche eine Gedenktafel für die Burg. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die wenigen Schriftquellen und die aufgrund ihrer frühen Zerstörung fehlenden archäologischen Untersuchungen lassen keine Angaben zur Baugeschichte zu. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Bei der Burg Limmer handelte es sich um eine Motte, zu der wahrscheinlich auch Nebengebäude gehörten. Genaues ist zu ihrer Gestalt nicht überliefert. In einer Karte von 1740 ist sie als Erdhügel - genannt Walberg - verzeichnet. Auch im 16. Jh. wird sie als auf einem Hügel gelegen bezeichnet, zudem ist von einem Turm und einem kleinen Haus die Rede. Bei ihrer Abtragung 1717 wurde sie untersucht. Der quadratische Erdhügel besaß eine Seitenlänge von ca. 12 m und wies damals eine Höhe von ca. 1,5 m auf. Zu Tage kamen Mauerreste, der Rest eines verbrannten Gipsbodens, Holzkohle, Reste alter Keller, Menschen-(?) Knochen, mindestens 1 Kugeltopf und eiserne "Geschoßspitzen". (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Während der Abtragung 1717 wurde der Hügel untersucht. Ein dabei gefundener Kugeltopf ist in einer Zeichnung überliefert und kann in die Zeit um 1200 datiert werden. (Stefan Eismann)