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Retburg

Geschichte:

Die Retburg wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt von den Bischöfen von Hildesheim gegründet. Anfang des 14. Jhs. vergrößerten die Welfen durch den Gewinn des Dorfes Koldingen ihre Machtstellung in dieser Gegend, so dass sie von den Bischöfen von Hildesheim den Abriss der Burg verlangten. Diese war damals an die Herren von Alten verpfändet, die 1338 in einem Brief an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg diesen ihre Loyalität versicherten und ihnen die Burg zum Offenhaus antrugen. Dies bedeutete gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung der Burg. 1341 verpflichtete sich schließlich Bischof Heinrich von Hildesheim in einem Vertrag mit den Herzögen zum Abbruch der Burg innerhalb eines Jahres. Das Zubehör fiel an das Herzogtum, als Ersatz für die Befestigung wurde die Burg Koldingen errichtet. Eine "neue Retburg" entstand bei Sarstedt, diese existierte aber nur bis zum Ende des 14. Jhs. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Angaben zur Baugeschichte gemacht werden. 1946/47 wurde der Hügel zur Nivellierung um 50 cm abgetragen. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Von der Retburg sind nur noch die stark verschliffenen Spuren eines Hügels mit umgebendem Wall und Graben zu erkennen. Die westlich gelegene Vorburg wurde weitgehend zerstört. Der Durchmesser des Hügels betrug 35-45 m, er war von einem 30 m breiten Graben umgeben. Nach den Ergebnissen der Sondage und der Einmessung der Vegetationsspuren ergibt sich folgendes Bild: Auf dem nur 1,30 m hohen Hügel stand nach Osten versetzt ein Rundturm von 15 m Durchmesser bei 3,75 m Mauerstärke. Der Turm war von einer Palisade umgeben, die im Osten 3 m und im Westen 6 m Abstand hielt. Deren Stämme sind beim Abbruch der Burg gezogen worden. Zwischen Palisade und Turm war ein flacher Graben erkennbar. Im südöstlichen Verlauf der Palisade war eine kreisrunde Verfärbung von 3 m Durchmesser erkennbar, möglicherweise die Spur eines Turmes. Am westlichen Ende des Hügels fanden sich Fundamentreste eines Torbaus. Dies stimmt mit der Beschreibung aus dem Jahr 1341 überein, in der ein Festes Haus, ein Wall, Holzbauten und ein Vorwerk erwähnt werden. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Sondage 1974 mit Funden aus der 2. Hälfte des 12. Jhs. bis zum 13. Jh.