EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Steinhuder Meer, Kranenburg

Geschichte:

Die im Steinhuder Meer lokalisierten Burgüberreste werden allgemein mit der Kranenburg identifiziert, wobei diese Gleichsetzung nicht gesichert ist. Die Kranenburg wird 1320 in einem Vertrag zwischen Graf Adolf VII. von Schaumburg und Herzog Otto von Braunschweig-Lüneburg erwähnt, die im Rahmen ihres Krieges gegen das Bistum Minden festlegen, dass der Graf die Kranenburg zerstören solle. Weitere Erwähnungen der Burg in den Schriftquellen existieren nicht. Es wird aufgrund der lautlichen Nähe auch vermutet, dass die Kranenburg identisch mit der Burg an einem Ort namens Karnewinkel ist, deren Errichtung 1236/42 von Bischof Wilhelm von Minden und Graf Konrad von Wunstorf vereinbart wurde. Diese wurde bisher auch mit den Burgen Bokeloh, Bordenau und Neuhaus bei Liebenau identifiziert. Unabhängig von diesen Überlegungen zur genauen Identität der Burgstelle lässt sich aufgrund der Vorherrschaft der Grafen von Wunstorf südlich des Steinhuder Meeres im 13. Jh. eine Erbauung durch dieses Adelsgeschlecht annehmen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der gegenwärtige Forschungsstand lässt keine Angaben zur Baugeschichte zu. (Stefan Eismann

Baubeschreibung:

Die Stelle der Kranenburg im Steinhuder Meer ist als Untiefe seit dem 18. Jh. unter dem Namen "Die Burg" bekannt. Der Grund für ihre heutige Lage im See ist umstritten. Nachdem lange Zeit ein Anstieg des Seespiegels angenommen wurde, wird heute eher Ufererosion als Ursache vermutet, bei der der torfige Boden in dem Gebiet ausgewaschen wurde und die Burg sich langsam absenkte. Aussagen über die Gestalt der Burg sind nur durch die unterschiedlichen Prospektionen möglich, deren Ergebnisse aber nicht eindeutig sind.
Vorsichtig lassen sie sich so zusammenfassen: Es handelt sich um eine rechteckige bis ovale Anlage von ca. 120 x 90 m Ausdehnung, in der vermutlich im Osten eine Hauptburg von 29 x 30 m Größe liegt. Die Mauern der Hauptburg bestanden aus Sandstein. Hüttenlehmreste zeugen von Fachwerkkonstruktionen. Die zahlreichen Pfähle im Seeboden können unterschiedliche Ursachen haben: Holz- oder Fachwerkbauten, Palisade als Vorburgbefestigung, Aussteifung und Stabilisierung von Gräben und Bauten. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1885 Funde von Keramik des 13./14. Jhs. vermutlich aus dem Bereich der Burgstelle.
1982 Vermessung.
2009/10 Geophysikalische Prospektion und Sonaruntersuchung
2013/14 Nachuntersuchung mit Peilstange und Taucherin. (Stefan Eismann