EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Koldingen

Geschichte:

Die Burg Koldingen ist eine Gründung der Herren von Reden. Als diese 1341 ihre nur 1 km entfernte "Retburg" - ein Lehen des Bistums Hildesheim - abbrechen mussten, bauten sie die unter der Herrschaft der Welfen stehende Burg Koldingen aus. Diese wird erstmals im Jahr 1353 erwähnt, als die Herren von Reden dem Herzog von Braunschweig-Lünburg die Burg als Offenhaus bewilligten. In der selben Urkunde wird erwähnt, dass der Herzog den Herren von Reden nur erlaubte, die Burg mit Gräben und einem hölzernen Bergfried, nicht aber mit Mauern zu befestigen. Vor 1372 scheint die Burg ganz in die Hände der Welfen übergegangen zu sein, denn in diesem Jahr verpfändet der Herzog sie an den Bischof von Hildesheim und das dortige Domkapitel. 1372 wird die Burg vom Hildesheimer Bischof im Lüneburger Erbfolgekrieg erobert. In der Sühnevereinbarung von Hannover im folgenden Jahr ging sie endgültig an das Bistum über, die dort 1380 einen Amtssitz einrichteten. Nach einem erfolglosen Versuch 1474 wird die Burg schließlich 1521 durch die Welfen zusammen mit der Stadt Hannover erobert und anschließend die Befestigung geschleift. Als Verwaltungszentrum diente ab 1593 das auf dem Amtsberg errichtete Amtshaus, das hiesige Amtshaus wurde 1666 abgerissen. Die ehemalige Burg wird zum Wirtschaftshof. Ab Mitte des 19. Jhs. erfolgte die Ansiedlung von Landarbeitern auf dem Gelände. Seit 1960 ist das Burgareal mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Nach der Eroberung im Jahr 1380 durch das Bistum Hildesheim wurde die Befestigung massiv ausgebaut. Um 1450 wurde die Vorburg aufgehöht, vergrößert und befestigt. Von 1364 bis 1521 existierte ein erstes Amtshaus in der Burg. Die Befestigung wurde nach der Schleifung der Burg 1521 nur noch provisorisch wieder hergestellt. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg Koldingen zeichnete sich bis vor wenigen Jahrzehnten als 80 x 60 m großer Burghügel von 4-5 m Höhe ab, der von einem bis zu 25 m breiten Graben umgeben war. Dieser war 1982 im Norden und Osten noch 2-3 m tief erhalten. Im Zuge der Anlage einer Neubausiedlung sind die Reste in den letzten Jahren zerstört worden. Bei den Ausschachtungsarbeiten wurden 1,20 m breite Mauern mit Pfahlgründungen und ein Brunnen beobachtet.
Unmittelbar nordöstlich wurde sehr wahrscheinlich im Luftbild die Vorgängeranlage und damit wohl ursprüngliche Burg der Herren von Freden ausfindig gemacht. Im Feld zeichneten sich zwei konzentrische Gräben mit einem Gesamtdurchmesser von 40 m ab. Auch wenn oberflächlich keine Spuren mehr vorhanden sind, dürfte im Zentrum einst eine Motte gestanden haben. Die endgültige Klärung des Zusammenhangs mit der später bekannten Burg Koldingen muss zukünftigen Forschungen vorbehalten sein.
(Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehungen und Baubeobachtungen 1975 bis 1982 und 2014. Zufallsfund einer Kanonenkugel. (Stefan Eismann)