EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Horneburg

Geschichte:

Die Horneburg lag im Grenzgebiet des Erzbistums Bremen zum Bistum Verden und zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und beherrschte den Zugang vom Alten Land entlang der Lühe auf die Stader Geest. Die Horneburg wurde 1255 durch den Bremer Erzbischof als Reaktion auf die Wiedererrichtung der Harburg durch Herzog Albert von Braunschweig-Lüneburg erbaut. Nach der Gründung Buxtehudes 1285 verlor die Horneburg ihre Bedeutung als Bollwerk gegen die Welfen. Der Burgmannschaft gelang es in der Folge, die vorher nur als Lehen empfangenen Burgsitze in genossenschaftlichen Besitz zu überführen. Es bildete sich eine enge, durch Beistands- und Freundschaftsverpflichtungen zusammengehaltene Burggemeinschaft. 1311 flüchtete sich Heinrich von Borch, der "Isern Hinnerk", nach der Einnahme seiner Burg Dannsee auf die Horneburg. Die folgende Belagerung durch den Bremer Erzbischof, den Herzog von Lüneburg und den Bischof von Verden endete mit der Einnahme der Burg, der Gefangennahme Heinrichs und der vorübergehenden Verbannung der Burgmannen von der Horneburg. Die Burgmannen lagen in der Folgezeit immer wieder in Fehde und betätigten sich als Raubritter. 1426 wurde die Burg in einem Konflikt zwischen dem Erzbistum Bremen mit dem Bistum Verden sowie dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg erfolglos belagert. Anschließend entwickelte sich die bis 1432 dauernde Horneburger Fehde, bei der die Burgmannen aus Rache für die Belagerung Raubzüge in das Bistum Verden und das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg unternahmen. 1443 schwören die Horneburger Urfehde, die Burg blieb aber dennoch ein Unruheherd. 1446 verpfändeten die Städte Stade, Bremen und Buxtehude einen der Burgmannensitze und erkauften sich dadurch als Teil der Burgmannschaft Sicherheit. Ab 1510 gaben die Burgmannfamilien ihre Häuser in der Vorburg auf und zogen auf neu errichtete Herrensitze in der Umgebung. Im 30jährigen Krieg wechselte die Horneburg mehrfach den Besitzer und wurde dabei ein Raub der Flammen. Die obsolet gewordene Befestigung wurde 1645 nach der Eroberung durch die Schweden abgerissen. Auf dem Gelände der Vorburg entstand das Gut Horneburg I. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Es existieren keine Aufschlüsse zur Baugeschichte der eigentlichen Burg. 2011 wurden zahlreiche Holzpfähle in der Umgebung geborgen, die wahrscheinlich mit zur Burg gehörigen Bauten im Zusammenhang stehen. Die Dendrodaten ergaben die Jahre 1282, 1300 und 1322. Das letzte Datum dürfte in Verbindung mit Baumaßnahmen stehen, die nach der vorübergehenden Vertreibung der Burgmannen im Zuge der Gefangennahme des "Isern Hinnerk" durchgeführt wurden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Horneburg war als Wasserburg in der sumpfigen Lüheniederung errichtet worden. Die runde Hauptburg von ca. 85 m Durchmesser war von einem Arm der Lühe umflossen, der den ca. 8 m breiten Burggraben bildete. Die Befestigung bestand aus einem Wall und Palisaden. Die Innenbebauung bestand aus Gebäuden, deren Granitsockel auf Pfählen ruhten und mit Fachwerkaufbauten versehen waren. Auf der von einem weiteren Arm der Lühe, der Dovelühe, umflossenen Vorburg standen neben Wirtschaftsgebäuden auch die Burgmannenhöfe. Den Zugang zur Burg bildeten drei Dämme, an denen sich im Laufe der Zeit Handwerker und Händler ansiedelten. Daraus entstand der Flecken Horneburg. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Baubeobachtungen in der Umgebung 2011.
Beobachtung von Erdarbeiten und Metallsondenprospektion 2014.