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Vogelsburg bei Vogelbeck

Geschichte:

Die Burg erscheint nicht in der historischen Überlieferung.. Die bei den Ausgrabungen gefundene Keramik datiert in die Vorrömische Eisenzeit, 14C-Analysen aus einem Wall ergaben aber eine frühmittelalterliche Zeitstellung .Dafür spricht auch die zangenförmige Gestalt der Tore. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der Ausgräber von 1974, Wolfgang Schlüter, konnte beim Innen- wie Außenwall zwei Bauphasen unterscheiden. Die ursprüngliche Mauerkonstruktion ist einem Brand zum Opfer gefallen und verfallen. In der zweiten Phase wurde der ruinöse Wall einfach aufgehöht, ohne dass eine neue Frontversteifung konstruiert wurde. Nach den 14C-Proben bestand zwischen beiden Bauphasen kein großer zeitlicher Abstand. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Vogelsburg liegt auf einer Bergkuppe oberhalb der Leineniederung. Ihre Befestigung besteht aus einem inneren und einem äußeren Ringwall, die durch zwei Abschnittswälle im Nordosten und Südwesten zusätzlich abgesichert sind. Sämtliche Wälle weisen vorgelagerte Gräben auf. Der Innenwall umschließt eine Fläche von 120 x 85 m; er ist noch 2,5 m hoch und an der Basis 10 m breit. Im Südosten weist er ein altes Zangentor auf, das Alter eines Durchlasses im Nordwesten ist bisher unbestimmt. Der Wall der äußeren Befestigungslinie misst 15,5 m an der Sohle und ist außen noch 6,5-7,0 m hoch. Die Höhe beider Wälle über dem Innenraum ist deutlich niedriger. Von seinen drei Zugängen ist nur das im Norden gelegene Zangentor sicher ursprünglich. Beide Wälle waren in jeweils unterschiedlichen Holz-Erde-Konstruktionen mit vorgeblendeter Trockenmauer errichtet, beide vorgelagerte Gräben wurden einmal als Spitz-, einmal als Sohlgraben angetroffen. Den Zugang zur Bergkuppe versperrt ein 70 m langer Abschnittswall mit einem alten Durchlass. Ein zweiter Wall zieht sich im Südwesten am Fuß der Bergkuppe entlang. Die Wälle bestanden aus aufgeschütteten Sandsteinbrocken mit einer Holzversteifung, ihnen waren Spitzgräben vorgelagert.
Unterhalb der Vogelsburg informiert eine Tafel mit Lageplan und Querschnitt über Ausgrabungsergebnisse. Die beiden inneren Wälle und das Tor des äußeren von beiden sind sehr gut zu erkennen. (Gudrun Pischke/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1933-1936 durch U. Kahrstedt, Nachgrabung 1974 durch W. Schlüter.
Vermessung 7/2012