EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hunnesrück

Geschichte:

Als Erbauer der 1310 erwähnten Burg werden die Grafen von Dassel angesehen. Sie gehörte zur in diesem Jahr an den Bischof von Hildesheim verkauften Restgrafschaft Dassel und dürfte in den 1270er Jahren errichtet worden sein. In bischöflicher Hand blieb sie, meistens verpfändet, bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1521 durch die welfischen Herzöge in den Fürstentümern Braunschweig und Calenberg-Göttingen in der Hildesheimischen Stiftsfehde. Aus ihren Steinen ließ Erich I. von Calenberg-Göttingen, an den die Burg kam, ab 1527 die Erichsburg errichten. (Gudrun Pischke)

Bauentwicklung:

Der Bauzustand der Burg wurde 1454 als gut bezeichnet. Die Vorburg gehört samt Befestigung, den Bastionen und dem Geschützturm einer Ausbauphase an, die sich aber bisher nicht datieren lässt. In der Sollingkarte von 1603 ist die Ruine der Burg Hunnesrück eingezeichnet. (Gudrun Pischke)

Baubeschreibung:

Die insg. 180 x 90 m große Anlage ist aus dem Südsporn des Amtsberges herausgearbeitet worden. Der Graben mit vorgelagertem Wall der Vorburg endet am Steilabfall im Südwesten. Die 65 x 40 m große Hauptburg ist durchgehend von einem bis zu 10 m breiten Graben umgeben, zur Feldseite auch von einem vorgelagerten Wall. Die Randhausbebauung weist an der Südwestecke neben dem Haupttor einen repräsentativen wohnturmartigen Palas, hinter der Ringmauer an der Nordseite einen runden Bergfried und im Osten die Burgkapelle auf. Ein mächtiger Rundturm mit 13,5 m Durchmesser deckte wohl als Geschützturm den Zugang über den Außengraben. Er gehörte wie die Vorburg und mehrere Bastionen einer späteren Ausbauphase an. Im Südwesten sind Spuren einer Außensiedlung bekannt. Von der Stiftsfehde zeugen Überreste eines Belagerungsturms von 1521. (Gudrun Pischke)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1957-1959 (Freilegung von Mauerzügen, Toranlage, Zwinger und Bergfried); Fund: Keramik
1964 Freilegung von Grabenresten und Rundmauern eines runden Bergfrieds
Begehung 5/1993; Fund: Ofenkachelfragmente