EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Nienover

Geschichte:

Ausgehend von der ersten Nennung Nienovers im Allodialverzeichnis des 1144 verstorbenen Grafen Siegfried von Northeim wird angenommen, dass die Burg bereits zu diesem Zeitpunkt bestand und zunächst in den Besitz Hermanns von Winzenburg und dann Heinrichs des Löwen kam. Diesem wurde sie nach seinem Sturz 1180 entzogen und damit die Grafen von Dassel belehnt. Diese nennen sich aber erst ab 1210 auch nach ihrem Sitz in Nienover. 1269/1303 erwarben die Welfen die Burg Nienover. Sie wurde Amtssitz und war verpfändet; seit dem 15. Jahrhundert nutzten Herzöge ihre Aufenthalte hier zur Jagd im Solling. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Burg Nienover Leibzucht oder Witwensitz von Herzoginnen. 1626 wurde die Burg zerstört. (Gudrun Pischke)

Bauentwicklung:

Die Burg wird - aufgrund eines erhaltenen romanischen Rundbogenfensters - ins 11./12. Jahrhundert datiert, der beim Wiederaufbau ab 1640 abgetragene Bergfried in die Zeit um 1150-1220; eine Baunaht in der östlichen Außenmauer scheint Folge einer zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolgten Erweiterung nach Osten zu sein. An Stelle der zerstörten Burg wuirde von 1640 bis 1656 ein Jagdschloss gebaut. Dabei wurden zahlreiche Renaissancewerkstücke verbaut, die dem zuvor abgebrochenen Schloss Freudenthal in Uslar entstammen. In der Folgezeit wurden noch zahlreiche Umgestaltungen durchgeführt, so ist der Westflügel heute wieder verschwunden.(Gudrun Pischke/Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Es handelt sich um eine Höhenburg mit doppelter Wall-Graben-Befestigung und Ringmauer. Wälle und Gräben sind heute größenteils abgetragen bzw. verfüllt. Die Gestalt der mittelalterlichen Burg ist nach ihrer Zerstörung 1626 durch das zwischen 1640 und 1656 errichtete, dreiflügelige Jagdschloss überprägt worden. Die Burggebäude werden nach Art einer Randhausanlage um den Burghof gruppiert gewesen sein. Der Durchmesser des Burgareals dürfte ca. 45-50 m betragen haben. Die Lage des ursprünglichen Eingangs ist unbekannt, wahrscheinlich befand er sich im Norden unmittelbar östlich des Bergfrieds. Dessen ergrabene Reste ergeben einen mächtigen Bau von 11,6 m Durchmesser bei 4,40 m Mauerstärke. Die Burgkapelle lag im Westen und besaß eine beträchtliche Größe, sodass hier möglicherweise sogar mit einer Doppelkapelle zu rechnen ist.
Reste der Doppelgräben und der Ummauerung sowie Reste der romanischen Anlage sind zu erkennen. (Gudrun Pischke)

Arch-Untersuchung/Funde:

Baubeobachtung 1990, 1991
Freilegung des Bergfriedes1993
Grabung 2001 (Brunnen)
Vermessung 2003