EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Gartow

Geschichte:

Die erste Burganlage wurde von den Herren von Gartow errichtet. Diese Burgherren wurden 1225 und 1238 urkundlich erwähnt. Doch ist nichts über diese erste Burganlage bekannt. 1255 wird sie erstmals ausdrücklich als Grenzfeste erwähnt und wechselt bis 1356 siebenmal die Lehnshoheit zwischen dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und der Markgrafschaft Brandenburg.
Infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten mussten die Herren von Gartow Burg und Dorf 1360 an den Johanniterorden verkaufen. 1371 erhielt der Orden die Genehmigung des lüneburgischen Herzogs, eine Burg mit steinernen Mauern zu errichten. 1438 kaufte die Familie von Bülow zunächst eine Hälfte der Burg, 1441 dann die andere, die zunächst an die Familie von der Schulenburg veräußert worden war. Im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert konnten die von Bülow ihren Besitz um Gartow, trotz und auch wegen der Rivalitäten der Lüneburger und Brandenburger Herzöge, ausbauen. Als sie 1686 dem Kurfürsten von Brandenburg als Lehnsherren huldigten, besetzte der Celler Herzog Gartow und stellte es unter Zwangsverwaltung.
1694 erwarb der Celle'sche Minister Andreas Gottlieb von Bernstorff die heruntergekommene Anlage. Bernstorff erwirkte vor der Übernahme einen Verzicht der Brandenburger auf ihre Besitzrechte. Mit nun freier Hand ließ er die alte Burg abreißen und von 1710 bis 1727 ein Barockschloss errichten.
Das Anwesen und die Besitzungen befinden sich noch heute in der Hand derer von Bernstorff. (S. Bieler)

Bauentwicklung:

Bei der ersten Anlage wird es sich wohl um einen kleinen Ringwall oder eine kleine Wasserburg gehandelt haben. 1321 wird eine Vorburg und ein "hus" erwähnt. 1330 wird seitens der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg die Absicht, einen Neubau zu errichten, bekräftigt. Ob dieser zur Ausführung kam und wenn ja, ob er am Ort der bekannten Burg stand, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Johanniter bauten die Anlage zu einer Ringmantelburg aus. Unter der Familie von Bülow wurde um 1500 die Burg weiter umgebaut. Das Torhaus und der nördliche Teil der Ringmauer wurden abgerissen. Die Gebäude der Kernburg wurden stark umgebaut, zusammen mit neu hinzugekommenen Trakten entstand eine Dreiflügelanlage, die 1518 als Ganerbenburg unter drei Familienzweigen aufgeteilt wurde. Dies verursachte weitere Ausbaumaßnahmen, u. a. wurde im Westen ein runder Flankierungsturm hinzugefügt. Letztendlich baute man zu Beginn des 18. Jhs. das Anwesen zu dem barocken Schmuckstück nach Plänen des Celler Hofbaumeisters Borchmann aus, das heute noch in großen Teilen steht. Im Jahr 1843 bekam das Schloss durch die Aufstockung der Seitenflügel sein heutiges Aussehen (S. Bieler, S. Eismann)

Baubeschreibung:

Bei der frühesten Burg scheint es sich um einen Ringwall aus Holz-Erde-Konstruktion gehandelt zu haben. Womöglich handelte es sich auch um eine Wasserburg auf der vorhandenen Anhöhe.
Danach wurde die Burg in eine Steinburg, genauer eine Ringmantelburg, umgebaut. Ein Grundriss der Anlage von 1696, kurz vor dem Neubau, zeigt rostartige Rundholzanlagen. Anhand dieser Zeichnung, den Angaben in einem Teilungsvertrag von 1439 und dem heutigen Schlossbestand lässt sich die Burg rekonstruieren. Demnach war sie von einem kreisförmigen Wall von 45 m Durchmesser mit vorgelagerten Wassergräben umgeben. Der Zugang erfolgte durch einen Torturm im Norden. Die Kernburg im Süden des Areals war durch eine Ringmauer mit Torhaus befestigt. Im Süden standen die Wohngebäude und der "große Bergfried", der auch als Konventshaus diente.
Bei dem noch existierenden Barockbau handelt es sich um einen verputzten Mittelbau mit Mansarddach. Daneben finden sich zwei Backsteinflügel und ein Brauhaus, welches 1700 in Ziegelfachwerk mit einem Walmdach errichtet wurde. An den Gebäuden befindet sich eine ausgedehnte Schlossparkanlage. (S. Bieler, S. Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Bisher stehen archäologische Untersuchungen noch aus.