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Schnellenberg bei Ödeme

Geschichte:

Das Gut Schnellenberg vor den Toren von Lüneburg war mindestens seit 1360 als Burglehen im Besitz der Herren von Meding, die ehemals die Landmarschallwürde im Fürstentum Lüneburg besaßen. Ihnen gehört das Gut auch bis auf den heutigen Tag. In einer Urkunde aus dem Jahre 1386 wird eine "veste to dem Snellenberg" erwähnt. Schon 1384 ist der Stadt Lüneburg für den damals noch Hof genannten Besitz ein Öffnungs- und Vorkaufsrecht eingeräumt worden.
Möglicherweise ist zum ursprünglichen Lehen von 1360 kurz darauf ein zweiter Hof hinzugekommen, da in späteren Lehensurkunden von Höfen in der Mehrzahl die Rede ist und die Familie später zwei landtagsfähige Güter besaß. Aus dem Jahr 1550 stammt die Nachricht, dass ein Hof vollständig abgebrannt sei. Da auch die Wirtschaftsgebäude später doppelt vorhanden gewesen waren, besteht die Möglichkeit, dass damals einer von zwei Höfen untergegangen und nicht wieder aufgebaut worden ist. Dieser hätte nördlich des heutigen gelegen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Baugeschichte sind weitgehend unbekannt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Besitz bis 1550 aus zwei Höfen bestand, von denen einer in diesem Jahr in einer überlieferten Brandkatastrophe abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden ist. Die Kapelle wurde erstmals 1507 erwähnt und 1674 neu errichtet. Das heutige Gut wurde um 1800 errichtet. Wegen der "untilgbaren Wasserratten" im ursprünglichen Graben ist dabei der neue Hof neben dem alten errichtet worden. Die alte Wall-Graben-Befestigung wurde damals teilweise beseitigt und ist mittlerweile ganz verschwunden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Zum Aussehen der mittelalterlichen Burg existieren keine Quellen. Der frühneuzeitliche Gutshof bestand laut einer Karte von 1785 aus einem zweiflügeligen Hauptgebäude, an dessen Nordflügel im Westen ein kleiner Annex und wahrscheinlich ein Treppenturm angebaut waren. Ein wohl nachträglich angefügter Südflügel komplettierte den Komplex. Ein breiter Wassergraben umgab die Hauptburg, über den im Osten und Westen jeweils eine Brücke führten. Über die westliche gelangte man zur Vorburg, die mit Ausnahme der Nordseite ebenfalls von Wassergräben umgeben war. Die Wassergräben waren im 19. Jh. noch sichtbar, sind aber heute verschwunden. Zu dieser Zeit war auch noch die ehemalige Existenz von Wällen bekannt.
Unmittelbar nördlich des Hauptburggrabens liegen die heute noch existierende Gutskapelle, ein Fachwerkbau aus der 2. Hälfte des 16. Jhs., und weitere Wirtschaftsgebäude.
Das heutige Herrenhaus aus dem Jahr 1802 steht in einiger Entfernung nordöstlich des Vorgängerbaus und hat die Form eines zweistöckigen Fachwerkbaues. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine