EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Ahlden

Geschichte:

Die seit 1198 nachweisbaren Herren von Ahlden dienten zunächst den Bischöfen von Minden als Verwalter ihrer dortigen Güter, zudem war ihnen 1250 der Haupthof verpfändet. 1285 wurden sie mit der Vogtei belehnt und ihnen der Haupthof unter dem Hinweis verkauft, dass diesen schon ihre Vorfahren zu Lehen besessen hätten. Vom verbrieften Recht auf Wiederkauf machten die Mindener Bischöfe keinen Gebrauch. 1344 verpflichteten sich die Gebrüder von Ahlden, die Kemnade auf ihrem Hof nach Anforderung der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg zu brechen. Ob diese an der Stelle des späteren Schlosses gelegen hat, ist unsicher. Der Zeitpunkt des Baus der eigentlichen Burg ist nicht bekannt, sie löste wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 14. Jhs. die Bunkenburg ab. Die in der Lüneburger Sate von 1392 den Rittern zugestandenen Rechte wurde von den Herren von Ahlden für neue Fehden genutzt. Aus diesem Grund wurde ihnen das Schloss zu Beginn des 15. Jhs. von den Herzögen vorübergehend weggenommen, aber 1414 unter der Bedingung zurückgegeben, dass sie von dort keine Fehde oder Raubzüge anfingen. 1431 ist die Burg Ahlden in einer Fehde zwischen regionalen Adeligen und dem Mindener Bischof von diesem und dem Herzog von Lüneburg eingenommen worden, worauf die Herren von Ahlden ihren Besitz endgültig verloren. Das Schloss blieb danach in den Händen der Herzöge von Lüneburg, bis 1575 war es aber ständig verpfändet, meist an die Herren von Mandelsloh. Aus der Vereinigung mit der Vogtei Bunkenburg auf der anderen Allerseite entstand das Amt Ahlden, das nach 1575 von Landdrosten verwaltet wurde. Zwischen 1694 und 1726 diente das Schloss als Zwangswohnsitz für die Prinzessin Sophie Dorothea. Diese hatte ihren Mann, den späteren Kurfürst Georg Ludwig von Hannover bzw. König George I. von England, mit dem Grafen von Königsmarck betrogen und wurde deshalb nach der Scheidung den Rest ihres Lebens auf Schloss Ahlden festgehalten. Nach deren Tod wurde es wieder von den Landdrosten bewohnt. Nach dem Aufgehen des Amtes Ahlden im Kreis Fallingbostel 1884 beheimatete es nur noch bis 1973 das Amtsgericht. 1975 wurde es an einen Antiquitätenhändler verkauft und dient seitdem als Auktionshaus. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Ob die 1344 erwähnte Kemenate an der Stelle der späteren Burg gelegen hat, ist ungeklärt. Zur Baugeschichte der Burg existieren keine Aufschlüsse. 1549 erfolgte ein Neubau als Schloss. Der heutige Südflügel ist 1579 errichtet worden. Der repräsentative Wohntrakt im Westen entstand 1613. Als letztes kam 1705 der Nordflügel dazu. Ein Ostflügel bestand nur zeitweise, der letzte ist 1947 abgerissen worden. Vor 1690 ist der Wall zum großen Teil abgetragen und das Areal zum Lustgarten umgestaltet worden. Der äußere Graben wurde vor 1866 zugeschüttet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die spätmittelalterliche Burg dürfte wie das spätere Schloss eine fast quadratische Gestalt besessen haben. Wahrscheinlich diente für sie Raseneisenstein als Baumaterial, der in den späteren Bauten wieder verwendet wurde. In einer Beschreibung von 1667 heißt es, dass das Schloss von einem Wall und zwei Gräben umgeben sei, von denen der äußere mit der Leine verbunden sei. In der Vierflügelanlage ist der dreistöckige Westflügel Wohn- und Repräsentationsaufgaben vorbehalten. Im nicht mit den übrigen Gebäuden verbundenen Südflügel befand sich das Back- und Brauhaus und die Wohnung des Amtsschreibers. Der Nordflügel beherbergte die Küche und Gesindewohnräume. Der nicht permanent vorhandene Ostflügel wurde von einem Stall- und Speichergebäude gebildet. Er fehlt auf einem Plan von 1747, bestand aber wieder ab 1782. Der Plan von 1747 zeigt zudem ein mittlerweile fehlendes Pforthaus auf dem Wall.
Von der heutigen Dreiflügelanlage ist der Südflügel ein Fachwerkbau im Renaissancestil mit Backsteinfüllungen. Der Westflügel besitzt einen steinernen Sockel, ist aber ansonsten ebenfalls aus Fachwerk errichtet. Ein eher schlichtes Fachwerkgebäude bildet der Nordflügel, in dem früher die Wohnräume der Prinzessin lagen. Von der Umwehrung ist ein Wallrest und der Graben im Süden und Osten erhalten. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine