EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Neubrück

Geschichte:

Die Ersterwähnung erfolgt 1321 (Castrum Bruckhe). In diesem Jahr ist die Burg von den Herren von Meinersen, die sie zu unbestimmter Zeit vermutlich zur Sicherung des Flussüberganges und Kontrolle des Fernhandels auf der Oker angelegt hatten, an die Braunschweiger Herzöge gelangt. 1340 wurde "dat hus to der Brugghe" von den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg an die Herren von Marenholtz verpfändet, die 1407 auch im Besitz des Burglehens erscheinen. 1411 lieh die Stadt Braunschweig das Geld zur Einlösung des Pfandes von den Mahrenholtz und bekam anschließend die Pfandschaft übertragen. Die Burgwassermühle wird 1417/27 erstmals erwähnt. Nach der Einnahme durch Herzog Heinrich d. Ä. 1492 während der Braunschweiger Stadtfehde war das Schloss herzogliche Domäne, seit 1576 braunschweigischer Amtssitz und Zollstation. Nach dem 30jährigen Krieg haben die Befestigungen ihren Zweck verloren gehabt. 1709 wurden "26 Fuder" Steine zum Bau der Kirche in Groß Schwülper abgefahren.Nachdem die Ländereien der Domäne 1846 an die Dorfbewohner verkauft worden waren, wurden die damals noch vorhandenen Gebäude in der 2. Hälfte des 19. Jhs. abgetragen. (Thomas Budde)

Bauentwicklung:

Mangels baulicher Überreste oder archäologischer Untersuchungen ist die Bauentwicklung unklar. Zu Beginn der Braunschweiger Herrschaft über die Burg wurden die Befestigungen verstärkt. Aufgrund der geschichtlichen Überlieferung ist mit einer mehrphasigen Anlage zu rechnen. (Thomas Budde)

Baubeschreibung:

Die heute am Ostufer der Oker gelegene Wasserburg war früher auch im Osten von einem Okerarm umflossen und besaß somit eine Insellage. Es sind keine Überreste der Anlage mehr vorhanden. Überbauung und Übernutzung (Wohn- und Wirtschaftsbebauung, Flussregulierung, moderne Okerbrücke) haben auch den Burgengrundriss weitgehend unkenntlich gemacht. Aussagen über die Burg sind nur aufgrund kartografischer Zeugnisse (v.a. Flurkarte von K. C. W. 1758, Kurhannoversche Landesaufnahme von 1781) und einer Merian-Ansicht von 1654 möglich. Der Grundriss war insgesamt unregelmäßig rechteckig und in einen West- und einen Ostteil unterteilt. Im etwa mandelförmigen Ostteil lagen mehrere Gebäude um einen Innenhof gruppiert. Nach der Merian-Ansicht handelte es sich - zur damaligen Zeit - hauptsächlich um Fachwerkgebäude, die jedoch wenigstens zum Teil erst nach der Umwandlung der Burg in einen Amtssitz entstanden sein dürften. Der winklig verlaufende Brückenübergang scheint mit zwei Torhäusern versehen gewesen zu sein. An der nördlichen Spitze der Insel befand sich eine Wassermühle, die „Amtsmühle“. Ein 1354 bezeugter Bergfried scheint im Westteil der Burg gestanden zu haben, während die Lage der 1431 erwähnten Burgkapelle St. Andreas unklar bleibt. Der Westteil der früheren Burginsel ist durch die Okerbegradigung zerstört. Direkt östlich der Okerbrücke, im Kernbereich der früheren Burg, befindet sich heute ein Hofkomplex aus der Jahrhundertwende. Die steile östliche Böschung des Grundstücks markiert noch den Ostrand der Burginsel, während der ehemals einfassende östliche Okerarm verfüllt und im Verlauf zwischen Burgstelle und heutigem Altdorf nur noch schwach zu erahnen ist. Gelegentlich sind Fundamentreste der Wassermühle sowie verschiedende Pfahlgründungen noch im Flußbett der Oker zu erkennen. (Thomas Budde)

Arch-Untersuchung/Funde:

Bisher gab es keine archäologischen Untersuchungen.