EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Uhlenburg

Geschichte:

Die Uhlenburg erscheint als Sitz der 1237 erstmals erscheinenden Herren von Hademstorf nur ein einziges Mal in den Schriftquellen. Sie beklagten sich im Jahr 1394, dass die Herzöge Bernhard und Heinrich von Braunschweig-Lüneburg ihre Burg gebrochen hätten. Unter den zerstörten Gebäuden seien ein Bergfried und zwei Kemenaten gewesen. Außerdem wären Küche und Backhaus niedergebrannt worden. Die anderen, offenbar noch intakten Gebäude habe man "hinweggebracht". 1406 wird noch die Mühle "zur Ulen" genannt. Weitere urkundliche Erwähnungen existieren nicht. Die Herren von Hademstorf haben ihren Sitz anschließend nach Gut Schwarmstedt II verlegt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand lassen sich keine Angaben zur Bauentwicklung machen. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Uhlenburg liegt inmitten der überschwemmungsgefährdeten Allerniederung. Sie ist im Norden und Süden von zwei Teichen und im Westen von einem alten Flussarm umgeben. Der Burgplatz zeichnet sich als Erhöhung von ca. 180 m x 100 m Größe ab. Die Hauptburg befindet sich im Süden und hat die Form eines unregelmäßigen Vierecks von knapp 30 x 30 m Größe. Sie ist durch einen 10-12 m breiten und max. 1 m tiefen Graben eingefasst. Dieser wird im Westen von einem 3 m breiten Vorwall begrenzt, dem wiederum eine schmale und feuchte Senke vorgelagert ist. Im Osten bietet eine 25-30 m breite, feuchte Senke der gesamten Anlage Schutz.
Die Hauptburg besitzt im Nordosten einen viereckigen, leicht eingetieften Bereich von 11 x 20 m Größe, zudem erstreckt sich im Westen und Süden eine nierenförmige Aufhöhung. Hinzu kommt als weiteres auffälliges Geländemerkmal eine kleine Aufhügelung im Südosten. Als ehemaliger Zugang führt ein Damm von dem eingetieften Areal aus nach Osten über die Grabensenke. An der Südecke ist im Teich eine Pfahlsubstruktion freigespült worden, zudem ist im Wasser eine Pfahlreihe erhalten.
Im Norden liegt die etwa sackförmige Vorburg von 100 m Länge und 25-40 m Breite. Nördlich von ihr sind spärliche Reste eines Grabens erhalten, der im Nordwesten ausbiegt, da dort ein schmaler Damm zum Teich verläuft. Südwestlich der Vorburg deutet eine rinnenförmige, feuchte Senke einen Graben an, der in den Außengraben der Hauptburg einmündet. Davor befinden sich die flachen Reste eines etwa 8 m breiten Dammes.
Die "Ausgrabung" von 1926 ergab Schuttreste eines Gebäudes im Bereich der östlichen Erhöhung innerhalb der Hauptburg. Von der überlieferten Brandzerstörung zeugten große Mengen von Holzkohle. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Amateur-Ausgrabungen 1906, 1926.
Begehungen 2001-2004 mit dem Fund eines Typars der Herren von Hademstorf.
2003 Höhenkartierung.
2004 geophysikalische Prospektion.
Baubeobachtung 2005.