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Burgwall bei Burg

Geschichte:

Über die Geschichte des Burgwalls bei Burg sind bisher nur wenige Erkenntnisse erbracht worden. Er erscheint während seiner Belegungszeit nicht in der historischen Überlieferung. Erst ab 1330 ist der Name "Burg" als Ortsbezeichnung gebräuchlich. Hermann Löns machte den Ringwall in seinem 1910 erschienen Roman "Der Werwolf" bekannt, in dem er die dort beschriebene Fluchtburg der Bauern diesem nachbildete.
Die Datierung der Anlage ist aufgrund der nur sehr wenigen Funde schwierig. Die wenige geborgene Keramik lässt sich am ehesten ins 9./10. Jh. datieren.
Aufgrund der Fundarmut und geringen Bebauung scheint es sich um eine nur kurzzeitig und selten genutzte Anlage zu handeln, die somit wohl am ehesten als Fliehburg anzusehen ist.
(S. Bieler)

Bauentwicklung:

Die Ergebnisse der Ausgrabungen ergaben keine Hinweise auf eine Mehrphasigkeit der Anlage. Allerdings wird durch die Fundarmut die Feststellung mehrerer Bauperioden fast unmöglich gemacht. Dendro- oder 14C-Daten aus der Benutzungszeit liegen nicht vor.
(S. Eismann)

Baubeschreibung:

Beim Ringwall von Burg handelt es sich um eine fast kreisrunde Wallanlage, deren äußerer Durchmesser ca. 120 x 120 m beträgt. Die Innenfläche ist mit 60 x 60m wesentlich kleiner und durch eine mächtige, trapezförmige Wallaufschüttung geschützt. Deren Sandkern ist eine 2 m starke Plaggenfront vorgesetzt, die vermutlich auf einer Bretterunterlage auflag. Die Basisbreite des Walls kann 17 – 23 m erreichen, während die Wallkrone noch bis zu 5 m breit ist. Die Höhe beträgt auf der Außenseite 3-3,5 m, innen werden Höhen von 2-2,5 m erreicht.
Heutzutage wird der Wall im Nordwesten durch einen Weg geschnitten. Zudem weist der Wall viele kleinere Eingrabungen auf.
Um den Wall verläuft auf drei Seiten ein Graben. Es handelt sich dabei um einen Spitzgraben, der heute noch bis zu 6 m Breite und zwischen 1 – 1,2 m Tiefe aufweisen kann. Im Norden grenzte der Wall direkt an die Fuhseniederung, sodass die Anlage eines zusätzlichen Grabens unnötig war. Der Wall ist dafür im Norden wesentlich steiler angelegt. Der Graben wurde wahrscheinlich über einen Seitenbach der Fuhse mit Wasser gespeist.
Man erreichte das Innere der Anlage über eine feste Erdbrücke im Südosten, die zu einer 3 m breiten und 5 m langen, von vier Pfostenlöchern begrenzten Torgasse führte. Im Inneren wurden an der Wallinnenseite drei Häuser ergraben. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die erste archäologische Untersuchung erfolgte 1906 unter der Leitung C. Schuchhardts. Er legte einen Wallschnitt an und erkannte, dass es sich um einen Plaggenwall handelte. Funde wurden nicht geborgen.
Bei Ausgrabungen in den Jahren 1935/36 unter der Leitung von E. Sprockhoff wurde die Innenfläche fast vollständig freigelegt.. Dabei konnten Hinweise auf drei Pfostenbauten im westlichen Teil der Innenfläche gefunden werden. Zudem erkannte man die Torsituation im Osten und fand auch wenig Keramik aus dem 10. Jh.
Im Zuge einer Grabung des Jahres 2013 wurden drei Grabungsschnitte angelegt. Diese lagen im Burginneren oder schnitten Graben, bzw. Wallfuß. (S. Bieler)