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Heilsburg

Geschichte:

Die Heilsburg wird in einer Beschreibung des Amtes Zeven aus dem Jahr 1721 einem Grafen Hed zugeschrieben, der um 961 das Kloster Heeslingen stiftete. Der Name "Heilsburg" ist erst seit dem 17. Jh. bezeugt, während in der mündlichen Überlieferung die Anlage auch "Heedsborg" genannt wurde. Am Innenrand des inneren Walles wurde Keramik des 9. Jhs. gefunden.
Der zugehörige Adelshof wird mit dem nahegelegenen und wohl schon 819 nachgewiesenen Ahof identifiziert. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die innere Wall-Graben-Anlage wurde in einer zweiten Phase erneuert. Der ursprüngliche Spitzgraben wurde dabei mit Material des Plaggenwalls teilweise verfüllt und durch einen flacheren, etwas nach außen verschobenen Sohlgraben ersetzt. Gleichzeitig entstand der mittlere Wall-Graben-Ring. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Heilsburg liegt am nördlichen Ende eines kleinen Höhenrückens und schließt an die Osteniederung an. Im Norden und Nordosten machen bis zu 4,5 m hohe Steilhänge einen Befestigungsgraben unnötig. Der umgebende Wall ist dort auch streckenweise zur Oste abgerutscht.
Die Befestigung besteht aus einem ungefähr viereckigen Ringwall von ca. 70 m Durchmesser. Der innere Wall ist ca. 8 m breit und ca. 1,70 m hoch erhalten. Im Norden ist er mit ca. 0,5 m Höhe deutlich niedriger. Vorgelagert ist auf drei Seiten ein 7-8 m breiter und 3,5 m tiefer Graben. Bei der Ausgrabung ließen sich keine Spuren von Holzkonstruktionen zur Stabilisierung des aus Plaggen gebauten Walles erkennen. Pfostenspuren zeigen an, dass die Innenbebauung an die Innenseite des inneren Walles angelehnt war. Dem Wall war hier möglicherweise eine Trockenmauer vorgeblendet. Der folgende Graben war ursprünglich als Spitzgraben ausgebildet, wurde aber als Sohlgraben erneuert. Im Westen und Südosten ist ein zweiter Wall mit 8 m breitem und 3 m tiefem Spitzgraben vorgelagert. Der Wall war hier vermutlich ursprünglich ebenfalls 8 m breit, ist aber in der zweiten Phase als wohl nur 2 m breite Sodenmauer erneuert worden. Eine bei dieser Form vorauszusetzende Holzversteifung ließ sich nicht nachweisen. Zwischen Wall und Graben befand sich eine ca. 1,70 m breite Berme. Im Süden ist ein Erdauftrag von 0,90 m Höhe und ca. 11 m Breite erkennbar. Dies ist nicht die Spur eines weiteren Walles, sondern diese Geländeerhöhung sollte lediglich die Tiefe des folgenden Grabens vergrößern. Im Westen sind kurze Abschnitte von drei Vorwällen und Gräben erhalten. Ein Tor konnte nicht festgestellt werden, wahrscheinlich lag es im Nordwesten, wo ein Teil der Befestigung in das Bachtal abgerutscht ist. Der Zugang zur Burg erfolgte über einen Damm.
Außerhalb der Burg wurden ein Lang- und ein Grubenhaus des gleichzeitigen Wirtschaftshofes ergraben. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Wallschnitt 1997/98 mit Funden aus dem 9./10. Jh.
Lesefunde mittelalterlicher Scherben.