EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Woltersberg

Geschichte:

Historische Quellen zu der Burg sind nicht bekannt. Nach neueren Interpretationen wird die Anlage als die Burg der Billunger Amtsgrafen in Jever angesehen. Dieses sächsische Herzogs- und Grafengeschlecht besaß die Grafenrechte in Östringen und verwaltete dieses Gebiet von Jever aus. Die Billungerzeit war die erste Blütezeit Jevers als Handels- und Marktort. Die Burg auf dem Woltersberg verlor ihre Bedeutung vermutlich im Zuge der Verlandung der Crildumer Bucht. In der Chronik des Ulrich von Werdum aus dem 17. Jh. wird der Burghügel "arx Kleiburgica" genannt.
(Frank Both)

Bauentwicklung:

Eine Bauentwicklung ist ohne großflächige archäologische Untersuchungen nicht nachzuvollziehen. Beim Bau der Burg wurde aus einer besiedelten Wurt eine trapezoide Fläche "herausgeschnitten" und mit dem Grabenmaterial die Burgfläche erhöht. Durch den Aushub eines Außengrabens wurden die Reste der Wurt zum Vorwall. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Die Burg ist auf einer schon vorher besiedelten Wurt angelegt worden und nimmt ein Gesamtareal von ca. 180 x 120 m ein.
Der eigentliche Burghügel weist eine leicht trapezoide Form auf. Seine Kuppe ist ca. 45 x 40 m groß und erhebt sich etwa 3,2 m über sein Umfeld. Umgeben ist sie von einem noch ca. 0,80m hohen Wall, der vielleicht eine Palisade trug. Im Nordwesten und Südosten sind jeweils Halbkreiswälle vorgelagert. Alte Grabenreste sind vor allem im Nordteil noch erkennbar. Der zentrale Burghügel war von Gräben und einem Wall umgeben, der teilweise noch bis zu 3 m Höhe erhalten ist. Wall und Hügel sind durch eine 15 m breite, grabenartige Senke getrennt. Die geophysikalischen Untersuchungen ergaben auf dem Hügel die rechteckige Struktur eines Gebäudes. (Frank Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

1969 fanden Probebohrungen statt, durch die 3-4 Siedlungsschichten erkannt worden sein sollen. Die Senken zwischen Hauptburg und Vorwällen scheinen in eine ehemalige Wurt eingetieft zu sein. Begehungen 1989/1990 nach "Veränderung" des Baudenkmals erbrachten etliche Keramikscherben des 9.-14. Jhs., Steinzeug, Glas, Mahlsteinfragmente, Tierknochen, Ziegelbruch, Schiefer und ortsfremde Natursteine.
Geomagnetische Untersuchungen 2012.
(Frank Both)