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Hinte, Osterburg

Geschichte:

Hinte war seit dem Ende des 13. Jhs. Häuptlingssitz und besaß zwei Burgen, Oster- und Westerburg.
Die Osterburg bei der Kirche von Hinte war ursprünglich Sitz der Häuptlingsfamilie Abdena, sie wurde Ende des 13. Jhs. als klassisch gotisches Bauwerk erbaut. Nach komplizierten Erbfällen war die Burg um 1400 geteilt zwischen dem Mauerhaus im Besitz der Allena und einem zweiten Steinhaus im Besitz der tom Brok. Das Mauerhaus wurde nach 1400 niedergebrannt, aber anschließend wieder aufgebaut. Nach 1427 war die Burg vollständig im Besitz der Allena. Sie wurde 1436 von der Hanse als Reaktion auf die Seeräuberei zerstört. Die heutige Anlage geht auf Haiko von Wynham zurück, der 1438 und 1449 als Häuptling von Hinte erwähnt wurde. Der Ausbau zur heutigen Grundgestalt "mith den Grafft int Veerkandt" wird dem 1482 gestorbenen Häuptling Aild Allena zugeschrieben. Im 16. Jh. ging die Burg an Victor von Frese über. Bis heute ist die Anlage in Familienbesitz geblieben. (Frank Both)

Bauentwicklung:

Die Osterburg entstand als klassisches Steinhaus wohl im 13. Jahrhundert. Im 14. Jh. bestanden hier zwei Steinhäuer, das Mauerhaus im Osten und das Steinhaus im Westen. Das Mauerhaus wurde zu Beginn des 15. Jhs. niedergebrannt, aber bis 1421 wieder aufgebaut. 1436 erfolgte die vollständige Zerstörung der Anlage mit anschließendem Neubau des Westteils in Form eines Saalbaus mit Treppengiebel (das sog. "Hohe Haus") im Westen der Burg. Der Ausbau zur heutigen Grundgestalt mit Wassergraben fand vor 1482 statt. Das Burgtor wurde 1704 errichtet. Im 18./19. Jh. bekam die Anlage ihre heutige Gestalt als Vierflügelanlage mit großem Innenhof. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Den nahezu quadratischen Burgkern mit Innenhof umgibt ein breiter Wassergraben. Im Osten liegt die Vorburg mit zwei Wirtschaftsgebäuden und einem Taubenhaus. Die quadratische Hauptburg besitzt eine Seitenlänge von ca. 35 m und einen Innenhof von 16 x 18 m Größe. Der Saalbau besitzt die Maße von 35 x 10 m bei einer Höhe von 17 m. Die einzelnen Flügel sind unterschiedlich breit. Die älteren Teile der Burg haben eine größere Mauerdicke von ca. 1,10 m, woraus sich eine ursprüngliche Gestalt als Zweiflügelanlage ablesen lässt. Der älteste Teil ist der Westtrakt von 1438. In der Mitte der Ostseite befindet sich das Tor, zwei Gebäudeabschlüsse sind als Treppengiebel ausgebildet. Vor der Brücke lag ein unbefestigter Hof. (Frank Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen haben bisher nicht stattgefunden.