EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Lütetsburg

Geschichte:

Laut der Lütetsburger Chronik war die Burg ursprünglich ein "Uthof", eine bewirtschaftete Außenstation am Geestrand.
Lütet II. Manninga ließ die Burg erbauen, nachdem sein ursprünglicher Sitz in Westeel 1373 durch die Dionysiusflut zerstört worden war. Seinem Namen entsprechend wurde die neue Burg Lütetsburg genannt. Direkt hinter dem ältesten Deich, auf dem heute die Straße verläuft, entstand die Anlage. Sie wurde 1516/17 während der sog. "Sächsischen Fehde" durch die Landsknechte der "Schwarzen Garde" zerstört, dann aber wieder aufgebaut. In der geldrischen Fehde wurde die Burg zweimal, 1531 und 1534, verwüstet. Unico Manninga baute von 1557 bis 1576 die Lütetesburg als Schloss wieder auf. Mit ihm starb das Geschlecht der Manninga 1588 aus. Seine einzige Tochter heiratete 1581 den Reichsfreiherrn Wilhelm zu Inn- und Knyphausen. In dieser Familie ist der Besitz bis heute geblieben. Um 1680 kam es zu umfangreichen Sanierungen. Als 1893 ein Brand die Anlage vernichtete, baute man sie im Neorenaissancestil wieder auf. 1944 sorgten Kriegsbomben für einen teilweisen Einsturz und der Rest wurde 1956 durch einen erneuten Brand zerstört. Über den Grundmauern der Anlage der ersten Hälfte des 16. Jhs. begann dann der Neuaufbau. (Frank Both)

Bauentwicklung:

Über die älteste Burg ist nichts mehr bekannt. Von 1557 bis 1576 wurde die zerstörte Burg als Schloss wieder aufgebaut. Unter anderem entstand damals die dreiflügelige Vorburg mit Zugängen an der Ost- und Westseite. Ab 1731 wurden die Zugbrücken und der Torturm am inneren Graben zur Hauptburg durch eine neue, gerade Brücke ersetzt sowie in der Vorburg ein neuer, mittig gelegener Hauptzugang angelegt. Das nun barocke Schloss blieb unverändert, bis es 1893 abbrannte. Es wurde im Neorenaissancestil wieder aufgebaut. Zwischen 1957 und 1962 baute man die Burg nach Kriegszerstörungen und einem Brand über den Grundmauern der alten Burg von 1516 wieder auf. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Über das Aussehen der spätmittelalterlichen Burg ist nichts bekannt. Nach dem Ausbau zu einem Schloss in der 2. Hälfte des 16. Jhs. bestand eine dreiflügelige Vorburg mit Eingängen an der Ost- und Westseite im Stil der niederländischen Renaissance. Die zweigeschossige, vierflügelige Hauptburg war von einem breiten Wassergraben umgeben und über eine Zugbrücke zu erreichen. Diese war zweigeteilt und durch einen großen Torturm unterbrochen. Erst 1740 bekam die Vorburg den neuen Hauptzugang in der Mitte, wie er heute noch existierte. Das Hauptgebäude besitzt nach seinem Wiederaufbau von 1962 einen nüchternen, schmucklosen Charakter, steht aber immer noch auf den Fundamenten des 16. Jhs. (Frank Both, Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen sind nicht bekannt.