EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Brome

Geschichte:

Die Burg in Brome wurde zuerst in den Vereinbarungen zur Erbteilung Heinrichs des Löwen von 1203 erwähnt. Die "urbs" genannte Burg fiel darin an Herzog Wilhelm. Sie scheint als Grenzburg der Welfen gegen die Mark Brandenburg und das Erzbistum Magdeburg erbaut worden zu sein. Allerdings wird ein Ministerialengeschlecht "von Brome" bereits 1170 das erste Mal erwähnt. Im Jahr 1220 wurde die Burg durch den Bischof Albrecht von Magdeburg erobert und zerstört. Der Wiederaufbau scheint über einen langen Zeitraum in kleinen Schritten erfolgt zu sein. Im Jahr 1309 versprechen die Markgrafen Waldemar und Johann von Brandenburg, dass sie die Burg nicht wieder aufbauen. Auch 1352 und 1355 wird Paridam von dem Knesebeck untersagt, weiter an der Burg zu bauen; gestattet wird ihm jedoch, Holzbefestigungen anzulegen. Er gelobt aber 1352, die Burg den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg ein Jahr lang offen zu halten; sie scheint somit wieder in einem verteidigungsfähigen Zustand gewesen zu sein.
Die Burg wechselt im späten Mittelalter häufig den Besitzer und war auch kurzzeitig im Besitz der Stadt Lüneburg. Im Jahr 1583 kaufte die Familie von Bartensleben die Burg endgültig. Durch Heirat mit der Erbtochter dieses 1742 in männlicher Linie ausgestorbenen Geschlechts kamen die Grafen von der Schulenburg in den Besitz der Burg, die sie 2001 an den Flecken Brome verkauften. (C. Frey)

Bauentwicklung:

Die Gestalt der ersten Burganlage ist nicht zu rekonstruieren. Die jetzige Gestalt der Burg, die aus einem zweiflügeligen Bau und einem Treppenturm besteht, datiert auf das 16. Jahrhundert. Im Umfeld der Burg finden sich Keller, die nicht mehr überbaut sind. Das Hauptgebäude wurde vielfach umgebaut, so dass die Baugeschichte nur schwer nachzuvollziehen ist.

Baubeschreibung:

Der Stich von Merian aus dem Jahr 1654 zeigt die Burg in mittelalterlicher Gestalt. Sie hatte einen rechteckigen Grundriss und wurde vom Palas mit seinem Treppenturm dominiert. Der Hof der Hauptburg war von niedrigen Fachwerkbauten umgeben. Einzig das Torhaus ragte über die anderen Bauten. In der Vorburg standen einige landestypische Fachwerkbauten. Im Norden sind ein Graben und ein vorgelagerter Wall schwach zu erkennen. (C. Frey)

Arch-Untersuchung/Funde:

Mehrfache Untersuchungen seit den 1970er Jahren. Dabei wurde ein Brunnen gefunden, der in die Zeit vor 1200 datiert wurde und in dem eine Reihe Keramik, eine Lanzenspitze und Leder- und Holzreste gefunden wurden. (C. Frey)