EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Steinbrück

Geschichte:

Gerhard von Berge, Bischof von Hildesheim (1365-1398), ließ zwischen 1370 und 1383 die Burg Steinbrück als Grenzfeste gegen den Herzog im Fürstentum Braunschweig errichten, finanziert mit dem Lösegeld der Gefangenen aus der Schlacht bei Dinklar 1367. Ihren Namen erhielt sie von der steinernen Brücke über die Fuhse, die sie überwachen sollte. Die oft verpfändete Burg wurde von Bischof Magnus 1425 für immer dem Domkapitel überlassen. Im selben Jahr wurde dem Ort Stadt- und Marktrecht verliehen, ohne dass es je zum Ausbau zu einer Stadt kam. 1466 wurde durch Ausgliederung von neun Orten aus dem Amt Peine das Amt Steinbrück gebildet. 1521 wurde die Burg von herzoglichen Truppen eingenommen. Im Schmalkaldischen Krieg wurde sie 1552 von den Truppen des Grafen von Mansfeld besetzt und musste im Folgejahr durch Herzog Heinrich den Jüngeren zurückerobert werden. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte sie mehrfach den Besitzer. Von 1523 bis 1643 befand sich die Burg Steinbrück im Besitz des Herzogs im Fürstentum Braunschweig, dann bis 1810 wieder in dem des Domkapitels Hildesheim. Steinbrück wurde Staatsdomäne, die 1812 in private Hände verkauft wurde. Nach Besitzerwechseln kam das Burggelände 1862 an die Klosterkammer Hannover und 1955 an die ev.-luth. Landeskirche Hannover. 2013 ist die Burg verkauft worden.
Die Burg ist seit 1818 nicht mehr bewohnt. Seit 1990 bemüht sich ein Förderverein um den Erhalt der Burg. (Gudrun Pischke)

Bauentwicklung:

Da die Burg schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Erbauung baufällig war, mussten 1421 Sanierungsarbeiten ausgeführt werden. Im Zuge dessen ist auch der Bergfried errichtet worden. Nach dem Übergang an das Domkapitel 1425 folgten umfangreiche Ausbaumaßnahmen, u. a. wurde das Torhaus errichtet. Nach dem Wechsel in braunschweigische Hände infolge der Stiftsfehde folgten weitere Ausbaumaßnahmen. Laut einer Inschrift wurde 1573 der als Kehrwiederturm bezeichnete Batterieturm westlich des Palas gebaut. Der Zwinger wurde 1660 teilweise abgebrochen; es begann die Nutzung als landwirtschaftliches Gut. Der Kehrwiederturm wurde 1956 zur evangelischen Kehrwiederkirche umgestaltet. Befestigungswerke sind 1545 und 1643 abgetragen worden; die Burgmauer ist wohl nach 1573, jedoch vor 1826 niedergelegt worden, der Treppenturm auf der Hofseite des Saalgeschossbaus 1845. Neue Wirtschaftsgebäude entstanden nach dem Dreißigjährigem Krieg. (Gudrun Pischke)

Baubeschreibung:

Die Burg besteht aus dem fünfgeschossigen Saalbau ("Palas") im Norden, dem Torhaus im Süden, dem Bergfried in der Mitte und dem späteren, als Brennerei genutzten, an Bergfried und Palas angrenzendem Gebäude ("Zwischenbau"). Die heutige Zweiflügelanlage wurde ursprünglich durch eine Mauer zum geschlossenen rechteckigen Hof ergänzt. Der Bergfried ist noch als 8 m hoher Stumpf erhalten. Ein unterirdischer Gang führt zum heute als Kirche genutzten "Kehrwiederturm". Dieser umfasst mit seiner polygonalen Außenmauer einen einzigen, überkuppelten Raum, in den 12 Schießscharten eingelassen sind. (Gudrun Pischke/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1934 Zufallsfunde.
Seit 2013 erfolgen bauhistorische und archäologische Untersuchungen.