EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Königsdahlum

Geschichte:

Die 936 erwähnte Pfalz Dahlum war zur Zeit Ottos I. die wichtigste Weihnachtspfalz. Bis 950 sind sechs Aufenthalte des zweiten Ottonen belegt, ein siebter und letzter erfolgte mit dem jungen Otto II. 967. Otto III. schenkte 1001 das castellum Dahlum Bischof Bernward von Hildesheim und seinem Domkapitel. Nach offensichtlichem Rückerwerb gab Heinrich II. die curtis Dahlum dem Reichsstift Gandersheim. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts besaßen die Grafen von Wöltingerode(-Wohldenberg) die Burg als Gandersheimer Lehen, das sie weiterverlehnten. 1206 ließ sich das Reichsstift Gandersheim den Besitz von Burg und Kirche vom Papst bestätigen. Danach wird die Burg nicht mehr erwähnt, die Kirche hingegen noch 1384 und um 1500. 1355 erwarb die Stadt Bockenem die Steinkuhle im Dahlumer Berg. Jahrhundertelanger Steinbruchbetrieb zerstörte den Pfalzbereich nachhaltig. Heute ist das Gelände in Privatbesitz. (Gudrun Pischke)

Bauentwicklung:

Es gibt keine Überreste der Pfalz, zu der die - ergrabene - angeblich dreischiffige Kapelle St. Maria gehörte. Nach den Aufzeichnungen über die Ausgrabung war die Burg mehrphasig, ohne dass dazu Details genannt werden können. Die meisten Pfalzgebäude dürften um 1300 verfallen gewesen sein. Der Wirtschaftshof der Pfalz wird im Ort Königsdahlum gesucht. (Gudrun Pischke)

Baubeschreibung:

Die Pfalz Dahlum lag auf dem steil zur Nette abfallenden "Dahlumer Berg". Das Gelände gliedert sich in eine Hauptburg mit Ringabschnittsbefestigung am Spornende im Südwesten und eine nordöstlich anschließende, halbrunde Vorburg. Über die Bebauung ist aus den schriftlichen wie archäologischen Quellen nur bekannt, dass eine - wohl dreischiffige - Kapelle existiert hat. Südwestlich von ihr sollen die Grundmauern eines größeren Gebäudes durch den Steinbruch beseitigt worden sein. Die vagen Beschreibungen der Ausgrabung erwähnen neben der 2 m starken Burgmauer noch einen Turmrest im Süden der Hauptburg und ein äußeres Tor.
Von der ursprünglich zur Pfalz gehörenden Mühle auf dem von Nette und Mühlengraben umflossenen Werder aus ist der Dahlumer Berg, auf dem die Pfalz lag, zu sehen. Einige Schritte weiter informiert eine Tafel über die Geschichte der Pfalz. Das Gelände selbst ist in Privatbesitz und nicht zu betreten. Der östlich anschließende Bereich der Vorburg wird landwirtschaftlich genutzt. Seit etwa 1830 heißt der Ort Königsdahlum. (Gudrun Pischke)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehungen 1887, 1899-1909, Grabung 1909
Keramik 12. Jh., Spätmittelalter