EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Asseburg bei Wittmar

Geschichte:

Zwischen 1218 und 1223 erbauten Gunzelin von Wolfenbüttel und Harold von Biewende im Höhenzug Asse auf dem Grund des Reichsstifts Gandersheim die Asseburg. Vergeblich versuchte die Äbtissin über den Papst 1220 den Abriss der im Aufbau befindlichen Burg zu erwirken. Gunzelin von Wolfenbüttel, dessen Vorfahren im Dienst Lothars III. und Heinrichs des Löwen gestanden hatten, war unter Otto IV. zum Reichstruchsess geworden und blieb es auch unter dessen Nachfolger, dem Staufer Friedrich II. Da Gunzelin dem neuen König Wilhelm von Holland im Frühjahr 1252 nicht huldigte, verurteilte ihn ein Fürstengericht, und Herzog Albrecht I. von Braunschweig erhielt im Sommer 1253 die Anwartschaft auf Gunzelins Reichslehen, darunter die Asseburg. Nach Gunzelins Tod belagerte Albrecht I. dessen Sohn Burchard auf der Asseburg von 1255 bis zu ihrer Übergabe gegen eine Entschädigung 1258. Sie wurde damit zur Burg der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Aufenthalte der Herzöge sind mehrfach nachgewiesen. Ab 1330 war die Burg als Pfandobjekt bis 1492 im Besitz der Stadt Braunschweig und wurde zum Teil weiterverpfändet oder verpachtet. 1381 war sie nach Eroberung für kurze Zeit in Händen der Herren von Weferlingen und von Veltheim. Zwischen 1392 und 1406 war die Burg in einem Intermezzo wieder in herzoglichem Besitz. Die Stadt Braunschweig hielt die Burg instand. Die seitens der Herzöge zugesagte Erstattung der Baukosten erfolgte eher nicht. Sicherten anfangs Burgmannen die Burg, so waren es ab Ende des 14. Jahrhunderts Söldner. Dazu befand sich Kriegsmaterial wie Armbrüste, Stein- und Bleibüchsen sowie Pulver und Bleikugeln auf der Burg. 1492, in der Fehde zwischen Stadt und Herzog, gab die Stadt die Asseburg auf. Die abziehende Mannschaft steckte sie in Brand. Die Burgstelle blieb auch danach im Besitz der Stadt Braunschweig. Sie kam den Wiederaufbauforderungen 1492 und 1519 nicht nach. Die Asseburg blieb Ruine. (G. Pischke)

Bauentwicklung:

Eine aktuelle Bauaufnahme, welche die Baugeschichte der nicht in einem Zug errichteten Innenbauten aufklärt, steht noch aus. Die letzte aufrecht stehende Mauer stürzte 1903 ein. (G. Pischke)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt auf einem langschmalen Bergrücken südlich der Asse und nimmt eine Fläche von max. 180 x 50 m ein. Sie ist der Länge nach in eine niedrigere südöstliche und eine höhere nordwestliche Hälfte unterteilt. Letztere wird durch vier jeweils mit einem Tor versehene Quermauern in fünf Höfe unterteilt. Zugangstore befanden sich an beiden Schmalseiten im Osten und Westen. Im nordwestlichen Hof stand ein freistehender, quadratischer Bergfried. Ein Wall- und Grabensystem umschloss die gesamte Burganlage. Im Südosten trug der Wall auf seiner Krone eine Mauer. 100 m unterhalb der Hauptburg verläuft ein weiterer Graben, der ursprünglich als Steinbruch diente, dann aber durch drei Wall-Graben-Anlagen mit der inneren Befestigung der Hauptburg verbunden worden war. Dieser Bereich bildet eine zweiteilige Vorburg, deren Besiedlung nur durch wenige Funde belegt ist. Vor den beiden Schmalseiten sind durch die Anlage von Quergräben im Bergrücken zwei bzw. im Nordosten drei Erhebungen abgeteilt worden, die als vorgeschobene Befestigungen dienten.
Vom nordwestlichen Teil der Haupburg sind ein quadratischer Turm und ein Abschnitt der Umfassungsmauer wiederhergestellt worden, im südwestlichen Teil ein Tor mit "Pförtnerhaus". Hier informiert auch eine Tafel über die Asseburg. (S. Eismann/G. Pischke)

Arch-Untersuchung/Funde:

1892-1894 Aussgrabungen
1980er Jahre Restaurierung v. Grundmauern
2001 Scherbenfunde
11/2009 Begehung