EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Gittelde

Geschichte:

Der historische Zusammenhang der auf einem Stich von Merian erkennbaren und bei Ausgrabungen nachgewiesenen Burgreste ist umstritten. Die in der älteren Forschung getätigte Annahme, es hätte sich hier ursprünglich um einen Königshof oder eine Pfalz gehandelt, wird in der neueren Forschung abgelehnt. Stattdessen hätte es sich um eine Burg der seit 1154 in der Umgebung Heinrichs des Löwen nachweisbaren und zu Beginn des 17. Jhs. ausgestorbenen Herren von Gittelde gehandelt. Die bei den Ausgrabungen zu Tage gekommene karolingerzeitliche Keramik lässt eine ältere Anlage aber als durchaus wahrscheinlich erscheinen.
Die Anhöhe mit der Kirche St. Johannis trägt auf einer Flurkarte von 1759 den Namen "Kaiser-Garten", "Kaiserhof" oder auch "Altes Schloss". (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Angaben zur Bauentwicklung gemacht werden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Der bisherige Forschungsstand lässt eine eindeutige Rekonstruktion der Gestalt der Burg nicht zu.
Eine Ausgrabung unter Alfred Tode ergab nördlich und östlich der Johanniskirche eine fast 1 m starke, westöstlich orientierte Trockenmauer. Im Abschnitt von 22 m zweigen zwei Mauerzüge nach Süden von ihr ab, die unter dem Kirchenfundament durchlaufen. Einige dort gefundene Gefäßscherben können noch in die Zeit vor 800 gehören. Tode interpretiert die Befunde als karolingerzeitliche Befestigung eines Königshofes.
1950 war die Nordwestecke eines Gebäudes in 17 m Entfernung von der Kirche noch bis zu 4 m Höhe bei einer Mauerstärke von 1 m erhalten. Westlich davon habe sich eine künstliche Mulde befunden. Um 1900 wären auch noch Spuren von Wall und Graben sichtbar gewesen.
Auf dem Stich von Merian von 1654 ist westlich der Kirche eine große, ungefähr quadratische Ruine eingezeichnet, die von ihm als Überbleibsel des Kaiserhofs bezeichnet wird. Sie steht am Nordrand eines mit einer Mauer umgebenen Bezirks. Zur historischen Überlieferung gibt er an, dass Herzog Heinrich zu Braunschweig hier ein Jagdhaus besessen habe, von dem das Mauerwerk samt Wendeltreppe und Gewölbe stamme. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung 1953 mit Keramik des 8./9. Jhs.