EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Scharzfels

Geschichte:

Die Zeit der Erbauung der Burg Scharzfels ist unbekannt. Vermutlich wurde sie im 11. Jh. zum Schutz des Klosters Pöhlde errichtet, das 961dem Bistum Magdeburg vermacht wurde. 1131 wird sie erstmals urkundlich erwähnt, als König Lothar die Burg "Scartvelt" vom Erzstift Magdeburg zum Nutzen des Reiches erwirbt. 1132 erscheint der Edle Sigebode von Scharzfeld als Inhaber der Burg, er ist der Stammvater der Grafen von Scharzfeld und Lauterberg. 1158 geht die Reichsburg im Tausch zwischen Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen an den Welfen und hört damit auf, Reichsburg zu sein. Im späteren Kampf Barbarossas gegen Heinrich wird die Burg kampflos vom Kaiser eingenommen, geht aber nach deren Aussöhnung wieder an Heinrich zurück. Nach dessen Tod verbleibt die Burg in welfischer Hand und fällt an Otto IV. 1295 stirbt das Geschlecht der Grafen von Scharzfeld aus und die Grafschaft geht an die verwandte Linie der Grafen von Lutterberg. Nach deren Erlöschen erhalten 1402 die Grafen von Honstein beide Grafschaften als Lehen und bleiben bis zu ihrem Aussterben 1593 im Besitz der Burg. Die Burg wird danach wieder unmittelbares welfisches Eigentum. 1596 erbt Herzog Heinrich Julius v. Wolfenbüttel die Burg, die 1617 in den Besitz der Linie Braunschweig-Lüneburg übergeht. Im 17./18. Jh. dient die zur Festung ausgebaute Burg als Garnison und zeitweilig als Staatsgefängnis. Im Siebenjährigen Krieg wird die Festung 1761 durch die Franzosen belagert. Nach der Kapitulation der Besatzung am 25.9.1761 wurde die Feste von den Franzosen am 29.9.1761 geschleift und durch Sprengung vernichtet. 1857 ließ der hannoversche König Georg V. Bauten in neoromanischem Stil errichten. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Während der neuzeitliche Ausbau zur Festung gut dokumentiert ist, liegt die mittelalterliche Baugeschichte weitestgehend im Dunkeln.
Der vermutlich aus dem 12. Jh. stammende Bergfried hat offenbar schon früh sein Dach verloren und wurde nie wieder ganz wieder hergestellt. 1735 war er ruinös. Nach 1580 wurde der Zugangsstollen renoviert. 1627 wird eine Garnison in die Unterburg gelegt, im Zuge dessen wurde dort eine große Kaserne errichtet. Abbildungen vom Zustand vor der Sprengung zeigen, dass die Burg damals schon baufällig war.
Ab 1857 wurden unter König Georg V. der monumentale Treppenaufgang zur Oberburg, das Brunnenhäuschen und das äußere Tor im neoromanischen Stil errichtet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg Scharzfels zeigt sich heute als beeindruckende Befestigungsanlage, die aus Ober- und Unterburg besteht.
Die Oberburg liegt auf einem ca. 110 m langen und bis zu 20 m über die Unterburg aufragenden Dolomitriff, dessen Gliederung und Höhlungen für den Burgenbau ausgenutzt wurden.
Der ursprüngliche Aufgang erfolgte durch einen 15 m langen und 2 m breiten Tortunnel, der sich natürliche Höhlungen zu Nutze machte und künstliche Erweiterungen für Wachstuben, Vorratsräume usw. aufwies. Der Eingang zum Tunnel lag ca. 8 m über dem Erdboden und war ursprünglich nur über Leitern oder ähnlichen Holzkonstruktionen zu erreichen. Heute führt eine monumentale Treppenanlage dorthin. Die Gebäude gruppieren sich aufgrund der Gestalt des Felsens um einen schmalen Hof von nur 23 x 6 m Größe. Im Südosten ist die Oberburg durch eine Futtermauer mit eingebundenen Entlastungsbögen erweitert. Am Südeck befindet sich ein Auslug mit weitem Blick über das Umland. Im Nordwesten tragen Felswände die Reste des Palas. Nordöstlich davon befinden sich die Reste eines Bergfrieds von 10,50 m Durchmesser und 2,80 m Mauerstärke. Im Südosten beherbergt ein von der Unterburg aus hochgemauerter Flankierungsturm gleichzeitig den Brunnen. Der Oberburg im Südosten vorgelagert ist die Unterburg, die durch steil aufragende und mit Schildmauern verbundene Felstürme geschützt war, auf denen jeweils ein Blockhaus stand. An ihrer Südostseite sind Reste eines Zwingers erkennbar. Die gesamte Anlage wird von einem Graben mit äußerem Vorwall umschlossen. Nordöstlich des Eingangs zur Unterburg befindet sich eine neuzeitliche Erdbastion zur Deckung des Burgwegs. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine