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Düna

Geschichte:

Die Siedlung Düna ist ein bemerkenswertes Beispiel für Siedlungskontinuität von der frühen Römischen Kaiserzeit bis zum Spätmittelalter. Ins Licht der historischen Überlieferung tritt sie aber erst 1286. Weitere Erwähnungen erfolgten bis 1372, wobei in der letzten Düna als Vorwerk bezeichnet wurde. Ende des 14. Jhs. fiel die Siedlung wüst und wurde im 16. Jh. nördlich der ursprünglichen Stelle als Vorwerk wiedererrichtet. Der Herrensitz selbst erscheint nie ausdrücklich in den Schriftquellen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Das erste Steingebäude wurde am Anfang des 10. Jhs. errichtet. Um 1050 brannte es ab und wurde mit stärkeren Fundamenten neu aufgebaut. Zudem wird es durch Graben und Palisade befestigt. Um 1150 wird die Befestigung erneuert und das Gebäude erhält einen Küchenanbau. Ein Brand bedeutet um 1300 das Ende des Gebäudes. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Errichtung eines befestigten Herrensitzes in Düna ist keiner exponierten topographischen Lage zu verdanken, sondern geschah allein zum Schutz der dortigen Eisenverhüttung. Der um 900 errichtete Steinbau lag auf einer ca. 15 x 22 m großen, leicht erhöhten Insel im Zusammenfluss zweier Bäche. Als Schutz gegen Unterspülung sorgte die Verstärkung eines Bachhangs mit Faschinen. Das 11 x 8 m große Gebäude besaß 1,1 m starke Mauern und einen Keller mit Heizungsraum. Zudem war es durch eine Zwischenwand aufgeteilt und weist im Osten einen dreigeteilten Annex auf. Nach dem Brand wurde es mit deutlich stärkeren Mauern wieder errichtet und erhielt so einen turmartigen Charakter. Der Befestigungscharakter wurde durch die Anlage eines Grabens und einer Palisade betont. Gegen das Stauwasser halfen Drainagekanäle. In der Mitte des 12. Jhs. erhält der Wohnturm im Westen einen Anbau in Fachwerkbauweise auf Steinsockel, der aufgrund des Fundmaterials als Küche identifiziert werden kann. Außerdem wird die Befestigung erneuert und die Fläche der Burginsel mit Kieselsteinen gepflastert. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1981 bis 1985 durch Lothar Klappauf.