EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hemeln, Hünenburg

Geschichte:

Die Hünenburg war ursprünglich eine Befestigung der späten Römischen Kaiserzeit, die in der Karolingerzeit wiederverwendet wurde. Sie liegt im Bramwald, der sich im damaligen Grenzgebiet zwischen fränkischem und sächsischem Herrschaftsgebiet befand. Somit kann sie theoretisch beiden Ethnien nacheinander als Fluchtburg gedient haben. Unter fränkischer Herrschaft existierte im Bramwald aber auch ein Reichsgutkomplex mit einem Haupthof in Hemeln als Zentrum. Die Aufgabe der Hünenburg könnte in der Absicherung dieser Besitzkonzentration bestanden haben. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der Ostwall der Burg war bei der Bestattung (?) des Kriegers aus der 2. Hälfte des 8. Jhs. bereits vorhanden. 14C-Analysen ergaben für ihn ein Datum von 285 +- 80 n. Chr. Wahrscheinlich dürfte die Mauer auf der Südseite dem Frühmittelalter angehören. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Hünenburg liegt auf einer zur Weser vorspringenden Bergnase. Sie umfasst eine Fläche von ca. 440 x 220 m und fällt nach Nordwesten deutlich ab. Die Burgfläche wird von einem 2 m hohen Wall umgeben, der auf der Angriffsseite im Osten deutlich stärker ausfällt. Dort ist ihm auch ein 2 m tiefer und 5 m breiter Spitzgraben vorgelagert. Auf den anderen Seiten wurde das Grabenmaterial auf dessen Innenseite entnommen, so dass dort eine Einsenkung vorhanden ist. Das einzige, als Walllücke erkennbare Tor befindet sich nahe der Südostecke fast auf dem höchsten Punkt des Geländes.
Ein Schnitt durch den dort 6 m breiten Ostwall ergab 1966 einen Aufbau als Stein-Erde-Aufschüttung auf einem Holzbalkenlager. Den Kern des Südwalls bildet hingegen eine 1,80 m starke Mauer. Im Innenraum fanden sich keine Spuren einer Bebauung. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1950 Zufallsfund eines Schwertes, die Nachgrabung ergab weitere Waffen sowie zwei Steigbügel und ein Kesselfragment, möglicherweise die Reste einer Bestattung aus der 2. Hälfte des 8. Jhs.
1958 Untersuchungen im Bereich des Tores.
Mehrere Grabungsschnitte 1966.
Prospektionen 1988 und 1998 mit frühmittelalterlichen Funden. (Stefan Eismann)