EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Bramburg beim Hemeln

Geschichte:

Die Bramburg wurde sehr wahrscheinlich durch den Corveyer Abt Widukind von Spiegel zur Sicherung der Besitztümer des Klosters Corvey rund um Hemeln gegründet. Sie erscheint das erste mal im Jahr 1224 in einer Urkunde des Kloster. Laut dieser hatte das Kloster die Burg durch Nachlässigkeit verloren - vermutlich bei der durch Abt Friedrich von Klarholz 1215/16 vorgenommenen Verschleuderung der Klostergüter - und wurde von Abt Hermann von Corvey auf eigene Kosten zurückerworben. Die eine Hälfte der Burg wurde an Graf Heidenreich von Lutterberg als Lehen vergeben, die andere behielt das Kloster. Nach dem Tode von Heidenreichs Gemahlin Beatrix spätestens 1244 fiel ihr Anteil an Corvey zurück. Vor 1342 gelangte die Bramburg in den Besitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Im Laufe des 14. Jhs. wurde die Bramburg Amts- und Gerichtssitz. Seit Beginn des 14. Jhs. sind die Herren von Stockhausen als Burgmannen, Pfandnehmer, Lehns- und Amtsinhaber bezeugt. Aufgrund räuberischer Übergriffe dieses Geschlechts belagerte 1458 Herzog Wilhelm von Sachsen mit Unterstützung von mehreren Grafen und Städten die Burg. Davon existiert ein detaillierter Bericht, laut dem die Belagerer die Burg schließlich eroberten und anzündeten, aber nicht abbrachen. Die Burg existierte weiter, auch unter den Herren von Stockhausen. 1494 wurde sie erneut von den Herzögen eingenommen, vermutlich wieder wegen Wegelagerei. Unter Herzog Erich I. von Braunschweig-Calenberg-Göttingen soll die Burg erneut zerstört worden sein. Bis Mitte des 17. Jhs. gingen Amt und Gericht nach Münden. 1623 soll sie im 30jährigen Krieg geplündert worden sein, danach hört man nichts mehr von ihr. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Am Turm konnten zwei Bauphasen festgestellt werden. Das untere Drittel stammt vermutlich aus der Zeit der Ersterwähnung am Ende des ersten Viertel des 13. Jhs. Der obere Teil lässt sich in die 2. Hälfte des 14. oder in das 15. Jh. datieren. Der Bergfried gehört möglicherweise zu den 1222 vom Corveyer Abt mit Heidenreich von Lutterberg vereinbarten Baumaßnahmen. Der Rest der Burg ist noch nicht eingehend erforscht. 1458 ist die Burg im Vorfeld der Belagerung durch zusätzliche Gräben und provisorische Bollwerke verstärkt worden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Bramburg liegt auf einem ins Wesertal vorspringenden Sporn des Bramwaldes. Den Kern der Burg bildet ein viereckiges Plateau von 44 x 27 m Ausmaß. An den Rändern sind außer im Osten noch Reste der 1,45-1,80 m starken Ringmauer vorhanden. Von der Innenbebauung zeugen Kellersenken im Nordwesten und Nordosten und Spuren von Mauern parallel zur Außenbefestigung. Am Südrand erhebt sich der den Eingang deckende Rundturm von 10,20 m Durchmesser und 21 m Höhe. Er ist so in die Ringmauer eingebunden, dass er zur Hälfte nach außen vorspringt. Nach dem Bericht über die Belagerung von 1458 muss er einen Wehrerker besessen haben.
Im Nordwesten ist zehn Meter tiefer eine 45 x 20 m große Terrasse vorgelagert. An ihrer Nordwestecke sind Reste eines unterkellerten Gebäudes von 35 x 12 m Größe vorhanden.
Im Osten und Westen ist die Burg durch die natürliche Topographie geschützt. Die südliche Seite wird durch einen 20 m breiten und über 8 m tiefen Abschnittsgraben gesichert. Dieser biegt am südwestlichen Fuß der Kuppe nach Norden um und läuft geländebedingt flach aus, ebenso an der südöstlichen Ecke. An seinem westlichen Verlauf ist ein Vorwall vorgelagert. Südlich des Grabens befindet sich ein 3-4 m hoher, künstlich gestalteter Hügel von 25 x 15 m Größe. An dessen Südostseite ist noch ein kleiner Randwall zu erkennen. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Vermessung 2007.
Bauforschung am Rundturm 2008.