EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Kirchberg bei Seesen

Geschichte:

Vermutlich hieß die Burg ursprünglich nicht "Kirchberg" sondern "Dorneberg". Dieser Name erscheint auch in Urkunden des 14. Jhs. Kirchberg war der Name des benachbarten Dorfes, der dann auf die Burg übergegangen ist. Das Martinspatrozinium der Burgkirche kennzeichnet sie möglicherweise als königlich-fränkische Gründung aus der Karolingerzeit. Erstmals erwähnt wurde sie aber erst im Jahre 1206 durch Papst Innozenz III., der das Patronat bestätigte. Im Jahr 1344 folgte die erste Nennung der Burg als Eigentum des Klosters Walkenried, Lehnsnehmer waren die Herren von Freden. 1438 werden auf deren Bitten auch die Herren von Oldershausen durch Herzog Otto den Einäugigen von Göttingen mit der Burg belehnt. 1442 kam die Burg an die Wolfenbütteler Linie der Welfen. Ab 1448 waren die Herren von Saldern Lehnsnehmer, bis 1518 die verwitwete Herzogin Elisabeth von Braunschweig ihnen das Lehen abkaufte. 1525 wurde die Burg an den Berghauptmann Wolf Sturz verkauft. Von dessen Witwe wurde die Burg von den Welfen wieder zurückerworben und danach häufig verpfändet. Heinrich II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg belehnte 1547 mit ihr seine drei unehelichen, von seiner Geliebten Eva von Trott geborenen Söhne und legitimierte sie als Herren von Kirchberg. Da diese allerdings ohne Nachkommen blieben, fiel nach deren Tod der Besitz an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zurück. Die Burg wurde 1606 an die Herren von Dorstadt und 1615 an die Herren von Campen verpfändet, in deren Besitz das Gut im Jahre 1622 endgültig überging. Seit 1888 ist das Rittergut im Besitz der Familie von Petersdorff-Campen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die mittelalterliche Baugeschichte der Burg ist unbekannt. Zu Beginn des 16. Jhs. erfolgte ein Neubau des Burghauses. 1625 wurde ein neues Wohnhaus über dem alten Burghaus gebaut. 1758 erfolgte ein Neubau im Stil des späten Rokoko. Bis ins 19.Jh. erfolgten zahlreiche weitere Neu- und Umbauten im Rittergut, die den Altbestand stark veränderten. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die ursprüngliche Burganlage lässt sich aufgrund ihres Umbaus zu einem Rokokoschloss nur noch erahnen. Ursprünglich war sie eine trapezförmige Wasserburg von ca. 30 x 40 m Größe. Der Burghof war auf drei Seiten umbaut und nach Osten zu offen. Der Zugang über den ca. 30 m breiten Wassergraben erfolgte über eine Brücke mit einem Torbau in der Mitte. Der Wassergraben war auf der Nord- und Westseite deutlich schmaler, im Süden bestand ein Teich. Die Vorburg lag im Westen, die heutigen Wirtschaftsbauten sind jüngeren Datums. Das heutige Schloss von 1758 im Stil des späten Rokoko besteht aus einem quadratischen Gebäude mit hohem Kellergeschoss und Mansarddach, das ein massives Untergeschoss und ein Obergeschoss aus verputztem Fachwerk aufweist. Die Gräben und Teiche sind größtenteils zugefüllt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1957 wurde beim Wiederaufbau des abgebrannten Kuhstalls eine Reihe von Pfählen gefunden. (Stefan Eismann)