EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Liebenburg

Geschichte:

Die Liebenburg war eine Gründung des Bistums Hildesheim und diente der Sicherung seiner Ostgrenze gegen das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und dem Schutz der Salzvorkommen von Salzgitter sowie des nahgelegenen Flöter Passes. Der Zeitpunkt ihrer Errichtung durch Bischof Siegfried II. lag nach der Zerstörung der Harliburg 1291, 1302 war trotz zahlreicher Störaktionen des Braunschweiger Herzogs die "Levenborch" vollendet. 1366 wurde die Burg an die Stadt Braunschweig verpfändet, in der Folge auch an unterschiedliche Adelsfamilien. Unter ihnen sind vor allem die Herren von Schwicheldt zu nennen, die auch die Burgvögte stellten. Nach der Hildesheimer Stiftsfehde kam die Burg 1523 an Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel. Während einer Fehde des Schmalkaldischen Bundes mit Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig eroberte Graf Vollrad von Mansfeld 1552 die Burg und hielt sie für kurze Zeit besetzt. Im 30jährigen Krieg war die Liebenburg 1625 kurzzeitig das Hauptquartier Wallensteins. 1633 wurde die Burg bei der Besetzung durch die Schweden stark beschädigt. 1641 wurde sie durch kaiserliche Truppen nach Beschuss zurückerobert. 1643 kam die Burg durch einen Friedensvertrag an das Hochstift Hildesheim als dem ursprünglichen Erbauer zurück.
Von 1750 bis 1754 lässt Fürstbischof Clemens August von Hildesheim die heruntergekommene Burg fast völlig abbrechen und 1754 - 1760 durch ein Rokoko- Schloss ersetzen. Aufgrund der durch den Siebenjährigen Krieg bedingten knappen Kasse wurde vom Schloss nur der Westteil fertiggestellt. Später hatten das Amt Liebenburg bis 1885 und das Amtsgericht bis 1959 ihren Sitz im Schloss. Seit 1974 ist das Schloss Wohn- und Wirkungsstätte des Künstlers Gerd Winner. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

1381 wird der beabsichtigte Bau einer Windmühle auf der Burg erwähnt. Vor 1393 sind "ein neues Haus über dem Tore auf dem obersten Hause" und die Ringmauern zwischen den beiden Moshäusern errichtet worden. 1393 ist die Mahne zum Teich als zusätzlicher Schutz der Burg aufgestaut worden. 1820 wurde dieser trockengelegt. Am Ende des 15. Jhs. entstand der "Wachtmeisterturm" als freistehendes Bollwerk.
Das 1760 fertiggestellte Schloss entstand unter der Federführung von Baudirektor von Brabeck, Bauleiter von Linden und Maler Winck in klassischem Rokoko-Stil. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Liebenburg liegt auf einer nach drei Seiten abfallenden Bergnase am Osthang des Salzgitterschen Höhenzuges. Der Schlossbau des 18. Jhs. hat nur noch wenige Überreste der ursprünglichen Burg übriggelassen. Der quadratische Burgplatz besitzt eine Seitenlänge von ca. 130 m. Gegen den Bergrücken ist er durch einen Halsgraben gesichert, der heute als Hohlweg genutzt wird. Auf der Südwestseite befindet sich als weitere Sicherung ein gerader Graben mit Vorwall. Von den Bauten der Burg sind nur noch die Reste dreier Türme erhalten. An der Ostecke steht ein halbrunder Flankenturm von 11 x 13 m Durchmesser und 2,4 m Mauerdicke mit innerem Gewölbe. Ein erhaltenes Stück der Ringmauer führt zu einer heute als Aussichtsplattform genutzten Bastion an der Südecke. Im Südwesten ist der Ausfluss eines gewölbten Kanals erkennbar. Etwa 100 m nördlich des Burgplatzes liegt 30 m höher auf einer Bergkuppe ein selbstständiger, runder Bollwerksturm, der sog. "Wachtmeisterturm". Er besitzt bei einer Mauerdicke von 4 m einen Durchmesser von 14,5 m. In 12 m Höhe bilden die Kragsteine eines ehemaligen Wehrganges den Abschluss. Die Geschosse weisen jeweils vier Schartenkammern mit mittlerer Scharte, seitlichen Lüftungsschlitzen und Deckenabzug auf. Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Kamin. Um den Turm verläuft ein Ringgraben mit Vorwall.
Das Schloss wurde von 1754 bis 1760 auf der Stätte der abgebrochenen Burg erbaut. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude mit Mansardendach, Mittelrisalit und Dachreiter. Künstlerisch wertvoll ist vor allem das Deckengemälde in der Schlosskapelle.
Eine Urkunde von 1448 gibt Aufschluss über die ursprüngliche Burgbebauung. Es werden in dem großen Moshaus eine Küche, eine Hofstube und eine Kemenate erwähnt, eine weitere Kemenate befand sich über einem Vorratshaus. Zudem werden eine Wohnung des Kapellans, Marstall, Scheunen, "das lange Haus", Brauhaus, Backhaus, Windmühle und Brunnen genannt. Bei den ebenfalls genannten "Holtheneborch" und "Steltheneborch" scheint es sich um hölzerne Befestigungsbauten zu handeln. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine