EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Steinberg bei Goslar

Geschichte:

Die Burg auf dem Steinberg wird durch den Chronisten Lambert von Herzfeld überliefert. Dieser berichtet für das Jahr 1076, dass Kaiser Heinrich IV. Graf Otto von Northeim beauftragte, die Harzburg und "eine andere auf dem Steinberge, der sich in nächster Nähe Goslars erhebt, mit größtem Eifer auszubauen".
Am Ende des 13. Jhs. befand sich der Berg und damit wohl auch die Burg in den Händen der Grafen von Wernigerode, die ihn an die Ritter Dietrich von Walmoden und Arno von Gowische verlehnt hatten.
Zu Beginn des 14. Jhs. lagen die Grafen von Wernigerode im Streit mit der Stadt Goslar und bauten die Burg vermutlich weiter aus. Denn in einer Klage der Stadt Goslar an König Albrecht von Habsburg aus dem Jahr 1302 werden die Grafen Albrecht und Friedrich von Wernigerode beschuldigt, während des Landfriedens eine Burg auf fremdem Boden nahe Goslar erbaut zu haben, welche durch ihre strategische Lage eine erhebliche Bedrohung für die Stadt sowie für die Königsstraßen darstelle. Die genaue Lage und ein Name der Burg werden in der Klageschrift nicht erwähnt, sodass eine Identifikation mit dem Steinberg nicht sicher gewährleistet ist.
Die Burg scheint kurz darauf zerstört worden sein, denn König Albrecht beauftragte Otto von Brandenburg sowie die Herzöge Heinrich und Wilhelm von Braunschweig, "die nötigen Schritte einzuleiten, damit von dieser Burg kein Schaden ausgehen kann". 1396 geht der Berg als Wernigeroder Lehen an Goslar über, die Burg wird in der Urkunde nicht mehr erwähnt. Auf der Stadtkarte von 1543 wird der vordere Teil des Steinbergs als Burgberg bezeichnet. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Nach den historischen Nachrichten ist die ursprüngliche Burganlage aus dem 11. Jh. zu Beginn des 14. Jhs. erneuert worden. Ein Bezug der entsprechenden Quelle auf den Steinberg ist aber nicht gesichert. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Der Gipfel des Steinbergs fällt nach drei Seiten steil ab, nur im Westen ist er leicht zugänglich. Das ca. 70 x 220 m messende Gipfelplateau ist durch ein ehemaliges, 1974 abgebranntes Hotel im Westen und alte Steinbrüche an den Rändern gestört. Das Areal steigt von Westen nach Osten in drei Stufen an, wobei die höchste möglichwerweise durch einen um 1960 als flache Delle erkennbaren Abschnittsgraben abgetrennt ist. Auch im Westen soll nach Angaben von Griep ein Halsgraben das Plateau vom dahinter liegenden Bergkamm abschneiden, der aber durch Zufahrt und Parkplatz verwischt ist. Auf dem Gipfel steht ein 1888 erbauter Aussichtsturm. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde von Dachschiefer und hochmittelalterlicher Keramik. (Stefan Eismann)