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Königskrug, Neues Schloss

Geschichte:

Das "Neue Schloss" bei Braunlage wird nicht in mittelalterlichen Quellen erwähnt, seine Erbauer und Besitzer sind somit unbekannt. Erstmals erscheint es in einer nicht der Realität entsprechenden Darstellung auf einer Karte von 1543. In einer Schriftquelle wird es erstmals 1558 genannt, 1587 muss es noch erkennbar gewesen sein. 1644 existierte es nur noch als topographische Bezeichnung. Seine Lage ist strategisch günstig, es befindet sich unmittelbar am Heidenstieg bzw. Kaiserweg. Territorial liegt es an der Westgrenze des Bistums Halberstadt gegen das Bistum Hildesheim einerseits sowie des Reichsforstes Radfeld andererseits.
Das Gasthaus Königskrug wurde 1829 an seinen heutigen Standort verlegt. Sehr wahrscheinlich steht es zum Teil auf den Mauern der Burg. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Eine von Nowothnig postulierte Zweiphasigkeit der Anlage ist nicht gesichert. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Das "Neue Schloss" am Königskrug ist mit einer Höhe von 755 m üNN die höchstgelegene Burg Niedersachsens.
Der Burgturm ist nur noch ansatzweise sichtbar, die Wall- und Grabenanlagen durch Forstweg- und Straßenbau sowie die Anlage eines Biergartens vernichtet worden. Zudem wurden im 19. Jh. offensichtlich Steine aus der Ruine für den Bau des neuen Königskruges verwendet.
In der Mitte des Burgareals befindet sich ein flacher Schutthügel, unter dem die Mauerreste eines Turmes von ca. 10 m Seitenlänge und ca. 1,50 m Mauerstärke angeschnitten wurden. Ein rundes Fundament zeigt den Anbau eines Treppenturmes an. Darum legt sich in ca. 14 m Entfernung vom Mittelpunkt ein niedriger schmaler Wall, an dessen Innenseite die Ausbruchgrube einer Ringmauer angetroffen wurde. Dem Wall ist ein 5,70 m breiter Graben vorgelagert, der von einem niedrigen Außenwall kreisförmig umfasst wird. Der Gesamtdurchmesser der Anlage beträgt ca. 50 m. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1861 und 1891 mit falscher Interpretation der Grabungsbefunde.
Ausgrabung 1958 durch W. Nowothnig mit Keramik des späten 13.-14. Jhs.
Geophysikalische Untersuchungen 1992.