EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Ziegenberg bei Witzenhausen

Geschichte:

Die Burg war Sitz der Grafen von Ziegenberg, die erstmals in einer Mitte des 13. Jhs. gefälschten Urkunde erscheinen. Diese ist auf 1101 datiert, bezieht sich aber sehr wahrscheinlich auf eine Vorlage der Jahre 1111/12. 1259 bestätigte der Abt von Fulda Burchard von Ziegenberg die von seinen Vorfahren gehaltenen fuldischen Lehen. Ein Drittel der Burg kam 1266 an die Herren von Plesse, doch musste Gottfried von Plesse 1282 die Hälfte davon dem Erzbischof Mainz zu Lehen auftragen. 1302 verkaufte Giso von Ziegenberg sein Drittel an Landgraf Otto von Hessen und bittet den Fuldaer Abt als Lehnsherren um Bestätigung. Die beiden anderen Teile waren im Besitz von Gottschalk von Plesse und Burkard von Ziegenberg und wurden zwischen 1308 und 1311 durch die Landgrafen von Hessen erworben. Diese verpfändeten die Burg um 1320 an die Herren von Berlepsch. 1358 wurden diese zwar mit ihrer Pfandsumme abgefunden, doch blieben sie noch bis 1371 auf der Burg wohnen, um dann unterhalb das Gut Ziegenberg zu gründen. Als 1399 der Stamm auf Berlepsch ausstarb, nahm die Ziegenberger Linie gegen den Willen des Landgrafen die Stammburg in Besitz, sodass die Landgrafen von Hessen schließlich beide Burgen erobern mussten. Die nachfolgenden Besitzer wechselten häufig, bis die Herren von Buttlar 1494 die Burg Ziegenberg gegen Verzicht auf die Pfandsumme als Mannlehen erhielten. Die Burg gehörte ihnen bis 1822, war aber seit 1541 unbewohnt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Da die Burg bisher noch nicht archäologisch untersucht wurde, ist ihre mittelalterliche Baugeschichte im Detail unbekannt. Der Bergfried stammt noch aus der Entstehungszeit bzw. zumindest aus dem 12. Jh. In Pfandverträgen von 1353 und 1486 wurden die Pfandnehmer zu Bauarbeiten an der Burg verpflichtet, die aber nicht genauer definiert wurden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt auf der höchsten Stelle eines Berggrates, der nur von Norden problemlos zu begehen ist. Die Burg bestand aus Haupt- und südlich vorgelagerter Vorburg. Von der ca. 17 x 23 m großen Hauptburg sind am Südende ihres Plateaus Reste des Bergfrieds erhalten. Die Spitze des fünfeckigen Turmes weist nach Süden. Im Norden, Osten und Süden war der Hauptburg eine zwingerartige Vorburg vorgelagert, in der Mulden von Gebäudestandorten zeugen. Ein ca. 17 m breiter Halsgraben mit dahinter verlaufender Mauer trennt die Burg vom südlich anschließenden Bergrücken. Möglicherweise erfolgte der Zugang zur Hauptburg im Norden, sodass man um die Burg herumlaufen musste.
Die Befestigung der Vorburg ist heute an ihrem Südende in der Gestalt eines Walles erkennbar. Im 19. Jh. waren aber noch die Reste einer ovalen Ringmauer vorhanden. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine