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Oldenburg, Heidenwall

Geschichte:

Die Erbauer des Heidenwalles sind nicht bekannt, da Schriftquellen des 11. Jahrhunderts Mangelware sind. Ob der 1091 erstmals bezeugte Graf Egilmar, der 1108 im Zusammenhang mit der "Aldenburg" als Graf im Grenzgebiet von Sachsen und Friesen genannt wird, auch mit dem Heidenwall in Verbindung stand, kann nicht nachgewiesen werden. Sicher war die Burg ein wichtiger Punkt an einer Furt über die Hunte und eine mögliche Vorgängeranlage des heutigen Oldenburger Schlosses.
Der Name Heidenwall taucht erstmals im Chronicon Rastedense um 1450 auf. Die älteste Abbildung ist im Deichatlas des J. C. Musculus von 1625/26 zu finden. Hier ist ein Erdhügel unter der Bezeichnung Heydenwall eingezeichnet. Auf Karten aus den Jahren 1702, 1729 und 1740 erscheint die Burg als halbkreisförmige Befestigung. In einer Karte von 1802 wird er nur namentlich genannt. Mit dem Bau des Hemmelsbäker Kanals um 1830 verschwand nicht nur ein Teil der Anlage, sie tauchte auch in den Karten nicht mehr auf.
(Frank Both)

Bauentwicklung:

Beim Heidenwall handelte es sich um eine runde Anlage mit einer Holz/Erde-Mauer. In einer ersten Baustufe (1032/33 n. Chr.) betrug der äußere Durchmesser etwa 45 Meter. Nach einer Ausbauphase (1042 n. Chr.) hatte die Burg einen Durchmesser von 54-56 m. Die Befestigung bestand aus Holzkästen in Blockbauweise, die zu einem großen Ring zusammengefügt worden waren. (Frank Both)

Baubeschreibung:

Mit 54 bis 56 m Außendurchmesser gehört die Burg zu den kleinen Ringwällen in Niedersachsen. Der Innenraum dürfte nur einen Durchmesser von ca. 25 m gehabt haben.
Die Befestigung bestand aus einer Holz-Erde-Mauer, je einem Wall an deren Innen- und Außenseite und einem vorgelagertem Graben. Das Gerüst von Mauer und äußerem Wall bildeten Baumstämme, die in drei konzentrischen Kreisen aufeinandergeschichtet waren. Der äußerste Kreis hatte einen Durchmesser von ca. 54 m. Radiale Baumstämme verbanden die Kreise zu Kästen. Der äußere Wall aus mit Niedermoorplaggen verfüllten Kästen war bis ca. 4,50 m stark. Die Holz-Kästen des inneren Rings waren mit Klei verfüllt und bis 3,50 m breit. Innen war noch ein etwa 5 m breiter Wall aus Sand an die Holz-Erde-Konstruktion angeschüttet. Über die Bebauung des Innenraumes der Burg ließen sich keine Aussagen gewinnen. Als Fundamentierung des inneren Rings wurde ein Rost aus Baumstämmen benutzt, der äußere Ring war direkt auf den Untergrund gegründet. Als Graben diente im Süden ein Huntearm, der zum Bauzeitpunkt evtl. schon vom Fluss abgeschnitten war. (Frank Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

Dank der Wiederentdeckung des Ringwalles durch den Historiker M. Teller konnte bzw. musste 2007 der durch Überbauung mit einem Gewerbegebiet gefährdete Bereich in nur 4 Wochen ausgegraben werden. Es wurden gut erhaltene Holzbefunde geborgen und dendrochronologisch datiert. Etwa ein Drittel der Anlage konnte untersucht werden. An Fundobjekten kamen nur ganz vereinzelte Keramikscherbchen zu Tage. Nicht ausgegrabene Bereiche liegen noch unter dem Deich. Ein Teil der Burg ging schon um 1830 beim Bau des Kanals verloren. Die Grabungsstelle wurde wieder verfüllt und ist im Gelände kaum erkennbar, aber von Bebauung ausgenommen. (Frank Both)